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Die WahrheitFrühlingsfeucht

Donnerstag ist Gedichtetag auf der Wahrheit. Heute darf sich die Leserschaft an einem Poem über eine viel zu kühle Jahreszeit und die Folgen erfreuen.

Schau im Spiegel nicht so finster.

Trösten wird der Jahreslauf.

Sei’s die Akne, sei’s der Ginster,

irgendwas blüht immer auf.

Lass dein düsteres Gequengel.

Musst dich nicht ins Grab verziehn.

Glaub mir: Ampel oder Stengel,

irgendwas wird immer grün.

Frühling lässt sich nicht verscheuchen.

Die Natur mit Saus und Braus.

Knospen, Triebe oder Seuchen,

irgendwas bricht immer aus.

Schlanker werden, Pläne haben.

Geist wär willig, Fleisch ist schwach.

Wenn nicht Bauch, dann Fernsehabend,

irgendwas wird sicher flach.

Wenn das Firmament seit Tagen

nur noch Feuchtes runterlässt,

raus mit dir, hör auf zu klagen!

Durch den Schlamm zum Frühlingsfest.

Mögen Wolken, fahl wie Schimmel,

Zelte hüllen grau in grau,

sei’s der Trinker, sei’s der Himmel,

irgendwas wird sicher blau.

Die Wahrheit auf taz.de

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Warum recherchieren, wenn man schreiben kann.

Warum beweisen, wenn man behaupten kann.

Deshalb weiß Die Wahrheit immer, wie weit man zu weit gehen kann.



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