Deutsche Konzerne spenden für Trumpisten: Eine Schande

Es ist ein Skandal, dass Bayer und Telekom an Trump- Anhänger gespendet haben. Die Konzerne müssen ihr Sponsoring für Verfassungsfeinde einstellen.

Trump- Anhänger durchbrechen eine Polizei-Barriere vor dem Kapitol in Waschington

Durch Konzernspenden mitfinanziert: Sturm auf das Kapitol in Washington durch Trump-Anhänger Foto: John Minchillo/ap

Deutsche Firmen wie der Chemiekonzern Bayer und die Telekom müssen so schnell wie möglich aufhören, an Unterstützer von Donald Trump zu spenden. Das sollte spätestens nach der Erstürmung des Kapitols in Washington durch bewaffnete Anhänger des US-Präsidenten klar sein.

Dass die Telekomtochter T-Mobile USA und die Bayer-Firma Monsanto Tausende von Dollar an den Verband der Republikanischen Generalstaatsanwälte (Raga) gespendet haben, widerspricht einer ethischen Unternehmensführung. Denn die Raga war daran beteiligt, für die Demonstration zu mobilisieren, auf der Trump mit seinem haltlosen Vorwurf des Wahlbetrugs Anhänger so aufhetzte, dass sie ins Parlamentsgebäude eindrangen. Die von Telekom und Bayer mit finanzierte Raga unterstützt auch die demokratiezersetzenden Eingaben vor Gericht, die das Wahlergebnis nachträglich ändern sollen. Und die Spendenausschüsse der beiden Firmen sponsern seit Jahren Trump-Unterstützer im Parlament, die nun gegen die Bestätigung des Wahlsiegs von Joe Biden gestimmt haben.

Da zieht auch nicht die Ausrede von Bayer, dass der Konzern ja auch den Verband der Demokratischen Generalstaatsanwälte unterstützt habe. Denn Trump und seine Anhänger wollen die liberale Demokratie zerstören. Sie sind Rassisten, Sexisten und Verfassungsfeinde. Sie haben einen gewaltsamen Angriff auf das Parlament zu verantworten, bei dem fünf Menschen ums Leben gekommen sind. Sie sind keine normalen politischen Gegner. Wer sie durch Spenden unterstützt, macht sich mitschuldig an einem Putschversuch gegen einen pluralistischen Staat.

Trotzdem hat Bayer nicht sofort die Spenden an die Raga gestoppt, sondern will eine Prüfung der Vorwürfe durch den Verband selbst abwarten. Dabei liegen die Fakten auf dem Tisch. Der Spendenausschuss des Unternehmens schließt auch Zahlungen an Parlamentarier nicht grundsätzlich aus, die gegen die Zertifizierung des Wahlergebnisses votiert haben. Es soll nur eine Pause geben. Ähnlich lasch ist die Reaktion von T-Mobile. Das ist nicht nur peinlich, sondern eine Schande.

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Jahrgang 1974. Er schreibt vor allem zu Ernährungsfragen – etwa über Agrarpolitik, Gentechnik, Pestizide, Verbraucherschutz und die Lebensmittelindustrie. 2018, 2017 und 2014 Journalistenpreis "Grüne Reportage". 2015 "Bester Zweiter" beim Deutschen Journalistenpreis. 2013 nominiert für den "Langen Atem". Bevor er zur taz kam, war er Redakteur bei der Nachrichtenagentur Reuters und Volontär bei der Süddeutschen Zeitung.

Am 3. November 2020 haben die USA einen neuen Präsidenten gewählt: Der Demokrat Joe Biden, langjähriger Senator und von 2009 bis 2017 Vize unter Barack Obama, hat sich gegen Amtsinhaber Donald Trump durchgesetzt.

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