Füllstände der Gasspeicher: Abgeordnete befassen sich mit sinkenden Gasreserven
Zu weniger als einem Viertel sind die deutschen Gasspeicher gefüllt. Deshalb kommt der Wirtschaftsausschuss des Bundestags am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammen.
Die Grünen haben sich mit der Forderung nach einer Sondersitzung des Bundestagsausschusses für Wirtschaft und Energie wegen der niedrigen Füllstände der deutschen Gasspeicher durchgesetzt. Sie wird am kommenden Dienstag am späten Nachmittag stattfinden. Die nächste reguläre Ausschusssitzung ist erst Ende Februar.
Die Sondersitzung wird allerdings ausschließlich als Zoom-Konferenz abgehalten und nicht öffentlich sein. Einziger Tagesordnungspunkt: „Bericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zu den niedrigen Gasspeicherfüllständen – Stand und Maßnahmen zur Sicherung der Gasversorgung und Reduktion der Abhängigkeit von unsicheren Staaten.“ Teilnehmen wird neben Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) der Präsident der Bundesnetzagentur Klaus Müller, der den Grünen angehört. Die Bundesnetzagentur ist für die Überwachung und Sicherung der deutschen Gasversorgung zuständig.
Die Grünen hatten die Sondersitzung mit diesem Tagesordnungspunkt aufgrund der zügig sinkenden Gasvorräte beantragt. Die deutschen Gasspeicher haben sich wegen des kalten Wetters in den vergangenen Wochen rapide geleert. Der aktuelle Füllstand liegt im bundesweiten Durchschnitt bei knapp unter 25 Prozent, in Bayern sogar nur bei 18,3 Prozent – so wenig wie noch nie zu diesem Zeitpunkt.
Temperatureinbruch könnte gefährlich werden
Ist eine je nach Speicher unterschiedliche Mindestmenge unterschritten, wird weniger oder gar kein Gas mehr ins Netz abgegeben. Bereits im vorigen Sommer hatte die Energiebranche davor gewarnt, dass die Vorräte bei sehr kalten Witterungsverhältnissen knapp werden. Trotzdem hatte das Wirtschaftsministerium nichts unternommen, um die Reserven zu erhöhen. Sollten die Temperaturen in den kommenden Wochen nochmals stark einbrechen, fürchten Branchenvertreter:innen, dass es eng werden könnte.
Das Bundeswirtschaftsministerium und die Bundesnetzagentur bestreiten das mit Nachdruck. Sie verweisen auf die Möglichkeit, bei Bedarf mehr Flüssiggas über die LNG-Terminals an der Küste importieren zu können. Die Terminals haben noch große freie Kapazitäten. Außerdem betonen beide, dass auf Gasspeicher in Nachbarländern zurückgegriffen werden kann. Bayern ist direkt an zwei Reservoirs in Österreich angeschlossen.
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