„Das Imperium Heidi Klum“: Die Macht des Models
Heidi Klum ist erstaunlicherweise Weltstar geworden. Warum? Das beleuchtet ein neuer ARD-Podcast.
Deutschland liebt den Vergleich mit anderen Ländern und sieht sich gern als Vorreiter in allem. Doch in einer Disziplin hinkt Deutschland hinterher: Mode. Bratwurst, Bier und Angela Merkel prägen das Image weit mehr als Haute Couture.
Umso erstaunlicher ist es, dass Heidi Klum es auf die Bildschirme in jedem Wohnzimmer geschafft hat – und das deutsche Vorzeige-Model wurde. Wie genau ihr das gelungen ist, zeigt der ARD-Podcast „Das Imperium Heidi Klum“.
Klum hat ein geschätztes Vermögen von 100 Millionen Euro. Laut Forbes liegt ihr Jahresgehalt etwa deutlich über dem der US-amerikanischen TV-Moderatorin Oprah Winfrey. Natürlich steht sie vor allem für ihre Show „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM), die aktuell in der 20. Staffel läuft. Über das Format wird im Podcast auch gesprochen, sowohl über das erfolgreiche Geschäftsmodell als auch über die massive Kritik daran, wie Sexismus und Knebelverträge.
Der Podcast hat ein typisches Problem
Szenisch wird der Podcast untermalt mit Ausschnitten aus alten TV-Auftritten von Klum, etwa ihrem ersten Auftritt bei Thomas Gottschalk in den 90er Jahren. Hier fragte sie den Ex-Kanzler Gerhard Schröder frech, ob seine Haare gefärbt seien, und startete damit ihre Karriere.
Der Podcast hat leider, wie so viele Storytelling-Podcasts, ein Problem: Mit den wichtigsten Personen, um Heidi Klum zu verstehen, wird nicht gesprochen. Weder mit ihrem Ehemann Tom Kaulitz noch mit Leni Klum. Ihr Vater Günther Klum sprach nur inoffiziell mit den Macher:innen. Eine Kandidat:in von GNTM wollte anonym bleiben, aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Model Gina-Lisa Lohfink spricht vor dem Mikrofon und sagt, dass GNTM für sie super gewesen sei.
So bleibt der Podcast in vielen Punkten erwartbar – er bestätigt einmal mehr, dass Klum für einen in Deutschland außergewöhnlichen Glamour steht.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert