DFB-Team im Nations League Finale: Gutes Gefühl
Der tolle Auftritt der DFB-Elf im Nations-League-Finale lässt für das Rückspiel in Spanien am Dienstag hoffen. Und Bundestrainer Wück übt Diplomatie.
S o überzeugend hat man das deutsche Team schon lange nicht mehr erleben dürfen. Hatten sich die DFB-Frauen bei der EM im Sommer noch mit Rumpelfußball ins Halbfinale gemauert und getreten, sind im Herbst deutliche Fortschritte sichtbar. Im Finale der Nations League gegen die Angstgegnerinnen aus Spanien haben Wücks Spielerinnen wie schon im Halbfinale gegen Frankreich eine überragende Leistung gezeigt, wenngleich das 0:0 nicht danach klingt.
Es kommt nämlich nicht oft vor, dass die Spanierinnen, die faktisch der FC Barcelona & Friends sind, derart ratlos wirken wie im Hinspiel gegen Deutschland. Bundestrainer Christian Wück hat hervorragend die Stärken des DFB-Teams in Szene gesetzt: Mit extrem hohem Pressing und disziplinierter Zweikampfführung zwang man die Spanierinnen immer wieder zu krassen Fehlern. Die Deutschen traten aber zugleich – anders als bei der EM – spielerisch dominant auf und kamen mit steilen Zuspielen zu haufenweise Großchancen. Nur bei der Umsetzung haperte es.
Vor dem Rückspiel in Madrid am Dienstag beginnt die DFB-Elf also wieder bei null – und mit dem Nachteil, dass die Spanierinnen sich wohl nicht noch einmal derart überrumpeln lassen. Dennoch, eine solche Leistung gegen die Weltranglistenersten sorgt für Optimismus. Janina Minge glaubt: „Wenn wir unsere Chancen nutzen und genauso konsequent verteidigen, dann haben wir gute Chancen.“ Derweil schränkte Wück ein: „Wir brauchen mehr Präzision und Ruhe im Abschluss.“ Die Spielerinnen könnten das aber alle.
Neben dem Titel geht es in Madrid auch um diplomatische Wiedergutmachung. Christian Wück hatte beim Hinspiel mit einem semi-verweigerten Handschlag gegenüber Spaniens Trainerin Sonia Bermúdez für Unmut gesorgt. „Ich bin freundlich auf ihn zugegangen, um mich zu verabschieden, und er hat so reagiert … Ich habe das auch nicht wirklich verstanden“, so Bermúdez. Wück argumentierte mit der „Hektik des Augenblicks“ und Emotionen, entschuldigte sich jedoch nicht. Dass Deutsche auf internationaler Bühne den falschen Ton treffen, ist ja schon eine Gewohnheit der letzten Wochen. Immerhin, Wück kündigte an, er werde mit Bermúdez einen Kaffee trinken gehen, wenn er die Zeit finde. Höflich wäre, er fände sie.
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