Coronaregeln für Sport in Hamburg: Drinnen schwitzen nur noch mit 2G

Hamburg hat die Coronaregeln für den Indoorsport verschärft. Der Hamburger Sportbund und Ver­tre­te­r*in­nen von Vereinen finden das okay.

Das menschenleere Fitness-Studio des Eimsbütteler Turnverbands.

Darf nur noch von Geimpften und Genesenen genutzt werden: Fitness-Studio des ETV Foto: dpa | Daniel Reinhardt

HAMBURG taz | Seit dem Wochenende gilt in Hamburg eine 2G-Pflicht für Indoorsport. Demnach haben künftig nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu den Fitnessstudios sowie Sport- und Schwimmhallen. Ungeimpftes Personal ist von der 2G-Pflicht ausgenommen, muss sich aber täglich testen lassen. Ebenso gilt die Pflicht nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. In Hamburg sind die Regeln damit strenger, als sie nach dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom Donnerstag sein müssten.

Steffi Klein vom Hamburger Sportbund spricht sich grundsätzlich für die 2G-Regelung aus. Am Ende komme es jedoch auf die Details an. „Positiv ist, dass man von Seiten der Politik eine klare Regelung vorgibt, die es dem Vereinssport ermöglicht, weiter Angebote für seine Mitglieder zu machen“, sagt sie. Es müsse Priorität haben, einen erneuten sportlichen Lockdown über den Winter zu verhindern.

Dass 2G eine Herausforderung für Mannschaften werde und sich ganze Teams vom Spielbetrieb zurückziehen müssten, hält Frank Fechner, Vorsitzender beim ETV Hamburg, für ein vorgeschobenes Argument: „Im Mannschaftssport sind die meisten Teams völlig durchgeimpft.“ Die Bereitschaft, auf 2G zu wechseln, sei sehr groß. Bisher hätten vielmehr einige Verbände darauf beharrt, dass der Spielbetrieb bei 3G bleibe.

Zwar ist die Pflicht für die Hamburger Vereine neu, als Option konnten sie 2G jedoch schon vorher umsetzen. Seit Ende August ist es möglich, mit Sportangeboten unter 2G-Bedingungen auf Abstandsgebote zu verzichten und mehr Menschen in den Kursen unterzubringen.

Die TSG Bergedorf hat bereits im Oktober ein 2G-Model in großen Teilen der vereinseigenen Anlagen eingeführt. „Wir sind total froh, dass wir das gemacht haben“, sagt der Vereinsvorsitzende Boris Schmidt. Im Verein hätte sich eine überwiegende Mehrheit dafür ausgesprochen.

„Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“

Zwei Gründe seien ausschlaggebend gewesen: „Die Wirtschaftlichkeit war ein Aspekt. Bei 3G hätten wir trotz Mitgliederverlusten keine neuen Mitglieder aufnehmen können, einfach weil wir dafür keine Kapazität gehabt hätten“, sagt Schmidt.

Zum anderen habe man auch Position beziehen wollen: „Uns war klar, dass die Pandemie eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und Impfen in der Abwägung die einzige Chance ist, um da rauszukommen – auch in der Gewissheit, dass wir Mitglieder haben, die sich nicht impfen lassen wollen.“ Diese seien jedoch die Ausnahme.

Für Schmidt ist daher unverständlich, dass die Regel erst so spät kommt. Er befürwortet die neuen verpflichtenden Regelungen. Die TSG muss nun vor allem bei den Wettkampfabteilungen nachziehen, die in den staatlichen Hallen bisher noch nicht von 2G betroffen waren.

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