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Comeback von Lindsey VonnMit frischem Kreuzband auf die Piste

Skirennfahrerin Lindsey Vonn wird erneut für den US-Weltcup-Kader aufgestellt. Bei den Olympischen Winterspielen im Februar war sie spektakulär gestürzt.

Keine zwei Wochen mehr sind es bis zum Beginn der alpinen Skisaison, die traditionell Ende Oktober im österreichischen Sölden mit einem Riesenslalom der Frauen beginnt. Niemand würde sich wundern, wenn eine Athletin aus den USA das Rennen gewinnen würde. Sie hat schon 22 Riesenslalomrennen im Weltcup gewonnen und ist mit insgesamt 110 gewonnenen Einzelrennen im Weltcup die erfolgreichste Skifahrerin aller Zeiten. Doch nachdem das Team der USA den Kader für die anstehende Saison im Weltcup bekannt gegeben hatte, sprach niemand über sie, die sagenhafte Mikaela Shiffrin. Es gab nur ein Thema: das Comeback von Lindsey Vonn.

Es war doch eine große Überraschung, dass ihr Name in der Teamliste aufgetaucht ist. Niemand hatte damit gerechnet, dass Vonn in dieser Saison schon wieder Rennen fahren wird. Noch immer hat sie mit den Verletzungen zu tun, die sie sich im Februar bei ihrem Horrorsturz in der olympischen Abfahrt von Cortina d'Ampezzo zugezogen hat. Erst vor Kurzem hatte sie ein Update zu ihrem Körper gegeben. Demnach muss sie sich im November einer größeren Operation unterziehen. Die Metallteile, die ihr nach ihrem Sturz eingesetzt wurden, müssen entfernt werden. Außerdem soll sie ein neues Kreuzband bekommen.

Das Kreuzband von Lindsey Vonn war schon vor den Spielen ein großes Thema. Ein paar Tage vor der olympischen Abfahrt hatte sie sich beim Weltcup in Crans-Montana einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Als alle Welt damit gerechnet hatte, dass sie für die Spiele würde absagen müssen, kündigte sie an, mit gerissenem Kreuzband an den Start zu gehen. Mit einer Teilprothese im rechten Knie war sie da sowieso schon unterwegs.

Niemand hatte damit gerechnet, dass Vonn in dieser Saison schon wieder Rennen fahren wird

2024 mit Prothese zurückgekehrt

Ob man mit einer solchen Prothese überhaupt Ski fahren kann, war die große Frage, als Vonn 2024, fünf Jahre nachdem sie ihre Karriere auch wegen ihrer zahlreichen anderen Verletzungen beendet hatte, in den Skizirkus zurückgekehrt war. Sie konnte. Und sie tat es bis zu jenem Sturz im Olympiarennen, nach dem ihr, wie sie sagte, beinahe ein Bein hätte amputiert werden müssen. Und jetzt soll es also weitergehen.

In Sölden wird die mittlerweile 41 Jahre alte Spezialistin für die schnellen Disziplinen im alpinen Rennsport noch nicht dabei sein. Auch ein Start bei den alpinen Skiweltmeisterschaften in Crans-Montana im Februar 2027 könnte für Vonn noch zu früh kommen. Aber für die Frau, die unfassbare 45 Abfahrten, die Königsdisziplin im Weltcup, gewonnen hat, scheinen eh andere Maßstäbe zu gelten, als für alle anderen Athletinnen im Feld.

Als erste Frau die Streif gefahren

Denen fühlte sie sich in ihren besten Jahren ohnehin derart überlegen, dass sie 2012 beim internationalen Skiverband Fis nachgefragt hatte, ob sie bei der Abfahrt von Lake Louise gegen die Männer fahren dürfe. Sie durfte nicht. Die Regularien würden das verbieten, so die Fis damals. Vonn ging es schon damals darum, ihre Grenzen auszutesten, mehr aus ihrem Körper herauszuholen, als andere es taten. 2026 stürzte sie sich als erste Frau nachts auf der Streif, der berüchtigten Männerabfahrt in Kitzbühel, ins Tal.

Die Schlagzeilen waren ihr auch deshalb immer sicher, weil sie sich als Überathletin inszeniert hat. Die Bilder, die sie zeigten, wie sie nur ein paar Wochen nach ihrem Sturz in Cortina wieder im Gym zu schuften begann, sind ebenso um die Welt gegangen, wie nun die Nachricht von ihrer Nominierung für das US-Team. Alles andere, was im Frauenskisport geschieht, verblasst dagegen – selbst die 110 Weltcupsiege von Mikaela Shiffrin.

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