Chinesischer Menschenrechtler: Gao Zhisheng wieder aufgetaucht
Der seit einem Jahr verschwundene chinesische Menschenrechtler Gao Zhisheng ist in der Provinz Shanxi aufgetaucht. Nach seiner Verhaftung hatte die Polizei angegeben, Zhisheng hätte "sich verlaufen".
PERKING dpa | Gao Zhisheng habe in einem Telefonat angegeben, frei in der Stadt Wutai Shan in der nordchinesischen Provinz zu leben, berichteten Freunde des 44-Jährigen am Sonntag in Peking.
Ein befreundeter Anwalt, Teng Baio, zeigte sich jedoch besorgt, da der Menschenrechtler noch keinen Kontakt mit seiner in den USA im Exil lebenden Ehefrau zu haben schien.
Gao Zhisheng hat in den vergangenen Jahren offen die Führung in Peking kritisiert und sich auf die Seite von Bauern, Dissidenten, Christen, Aids-Aktivisten und Menschenrechtlern geschlagen. Der Anwalt, der vor zwei Jahren für den Friedensnobelpreis nominiert wurde, war im Februar 2009 von der Polizei verhaftet worden.
Die Polizei habe damals angegeben, dass sich Gao Zhisheng bei einem Spaziergang verlaufen habe, stellte die US-Menschenrechtsorganisation China Aid kürzlich fest.
Zwischenzeitlich gab es Berichte, dass er sich in Ürümqi in der uigurischen autonomen Region im Westen Chinas aufhielt. Außenamtssprecher Ma Zhaoxu sagte im Januar ohne Einzelheiten zu nennen, der Menschenrechtler sei "da, wo er hingehört".
Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert