Champions League Viertelfinale

CR7 ist jetzt CR3

Die Enttäuschung beim VfL Wolfsburg über das 0:3 gegen Real Madrid ist riesig. Paris St. Germain verliert in Manchester 0:1.

Der Wolfburger Spieler André Schürrle zieht die Schultern hoch und beißt in sein Trikot

Cristiano Ronaldo mal wieder Foto: dpa

MADRID/MANCHESTER dpa | Nach der verpassten historischen Chance auf das erste Champions-League-Halbfinale war Maximilian Arnold vom VfL Wolfsburg zum Heulen zumute. Bei Fragen nach dem 0:3 (0:2) am Dienstagabend bei Real Madrid schossen dem Mittelfeldspieler die Tränen in die Augen, zeitweilig zitterten das Kinn und die Lippen. Nahezu jede Antwort endete im Nichts. „Absolut bitter“, stammelte der 21-Jährige, der sich offensichtlich eine Mitschuld am Ausscheiden des Fußball-Bundesligisten gab. „Vor dem 0:1 spiele ich einen Katastrophenball. So ging die Scheiße auch schon los“, meinte Arnold.

Gemeint war eine Situation vor dem ersten von drei Toren des Real-Weltstars Cristiano Ronaldo (16. Minute/17./77.). In dieser Phase des Spiels war der VfL vollkommen überfordert mit der Drucksituation im Estadio Santiago Bernabéu. Ein Real-Angriff nach dem nächsten rollte auf das VfL-Tor zu. Wann immer Wolfsburg in Ballbesitz kam, wurde das Spielgerät auch schon wieder hergeschenkt. So wie bei Arnolds Fehler vor dem 0:1. Nur 90 Sekunden später war der sensationelle 2:0-Hinspielsieg Wolfsburgs bereits egalisiert.

„Wir haben die ersten 20 Minuten nicht richtig angenommen“, haderte VfL-Coach Dieter Hecking anschließend. Allen Beteuerungen zum Trotz zeigte sich sein Team beim ersten Auftritt in Madrid tief beeindruckt von der hitzigen Atmosphäre vor gut 80.000 Fans, die einen höllischen Lärm machten. Es wurden teilweise Pässe gespielt, von denen der adressierte Spieler gar nichts mitbekam. Arnold bekannte anschließend „Kommunikationsprobleme“ wegen der Lautstärke auf dem Platz.

Zudem fehlte die Entschlossenheit vor dem Tor der Spanier. „Wir hatten vorher gesagt, dass wir ein Tor brauchen, und das haben wir nicht hinbekommen“, meinte Sportchef Klaus Allofs. Zu allem Überfluss verletzten sich auch noch Julian Draxler und Bruno Henrique und mussten vorzeitig ausgewechselt werden. Allofs beklagte vor allem den frühen Ausfall Draxlers bereits nach einer halben Stunde, obwohl der Ex-Schalker bis dahin einen ganz schwachen Auftritt abgeliefert hatte. „Wenn man hier so früh auf Julian verzichten muss, dann ist das natürlich schon ein Handicap“, meinte Allofs dennoch.

Bei Henrique besteht der Verdacht einer Gehirnerschütterung. „Er hat einen Schlag ins Gesicht bekommen und war benebelt. Er lag mit einer blutigen Lippe in der Kabine und war nur kurzzeitig ansprechbar“, berichtete Allofs. Beide Spieler drohen am Samstag in Bremen auszufallen.

Riesig war dagegen der Jubel bei Real. „Wir brauchten einen magischen Abend, und den haben wir auf den Platz gebracht“, sagte Madrids deutscher Nationalspieler Toni Kroos, der allerdings klar im Schatten von Dreifach-Torschütze Ronaldo stand. Kroos' trockener Kommentar zum Auftritt des Portugiesen: „Er hat ein gutes Spiel gemacht.“

Trainer von Paris St. Germain: „Nicht effizient genug“

Nach dem Scheitern in der Champions League hat Paris St. Germains Trainer Laurent Blanc die Verantwortung für das erneute vorzeitige Aus des französischen Meisters übernommen. „Ich haue aber nicht ab“, betonte der Coach des Hauptstadt-Clubs, der nach dem 2:2 im Hinspiel vor heimischer Kulisse durch ein 0:1 bei Manchester City im Viertelfinale ausschied. Das Tor am Dienstagabend gegen PSG-Keeper Kevin Trapp hatte der ehemalige Fußball-Bundesligaprofi Kevin De Bruyne erzielt.

„Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt in beiden Spielen, sowohl taktisch als auch technisch“, räumte Blanc ein: „Wir waren einfach in beiden Spielen nicht effizient genug.“

Paris St. Germain, das in der Meisterschaft von EM-Gastgeber Frankreich seit Langem wieder als Titelträger feststeht, scheiterte in der Königsklasse nun zum vierten Mal in Serie im Viertelfinale. Seit 21 Jahren wartet der Verein auf den Einzug unter die besten vier Teams Europas.

„Ich denke, wir sind eigentlich eine bessere Mannschaft, aber wir haben heute Abend verloren und wir hatten zuhause 2:2 gespielt, daher alles Gute, Manchester City“, meinte Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic. Trotz einer Vielzahl nationaler Titel in den Niederlanden, Italien, Spanien und Frankreich wartet der Schwede mit nunmehr 34 Jahren noch immer auf seinen ersten Titel in der Champions League.

.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de