Berliner CDU im Wahlkampf: Evers will Verfassungstreue-Check nach Brandenburger Vorbild
Angehende Beamte sollen in Berlin bei Einstellung auf ihre Verfassungstreue überprüft werden, fordert CDU-Spitzenkandidat Evers. Als Erstes soll der neue Senat ran.
Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
dpa | CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers fordert für hohe Beamte in Berlin künftig eine Überprüfung auf Verfassungstreue nach Brandenburger Vorbild. Der sogenannte Verfassungstreue-Check solle bei Senatoren, Staatssekretären, Bezirksbürgermeistern und Stadträten beginnen, sagte Evers dem Tagesspiegel.
„Wir fangen dort an, wo die Verantwortung am größten ist. Damit schützen wir die Verwaltung vor extremistischen Vorgesetzten, egal aus welcher Richtung“, sagte Evers demnach. Nach seiner Ansicht soll der Verfassungstreue-Check schon nach der Berlin-Wahl am 20. September beim neuen Senat und den neuen Bezirksämtern zum Einsatz kommen.
In Brandenburg gibt es den Verfassungstreue-Check für angehende Beamte seit September 2024. Er betrifft dort Bewerberinnen und Bewerber, die bereits für eine Einstellung ausgewählt wurden. Laut Innenministerium gab es bis Ende 2025 fast 2.200 Anfragen.
Geprüft wird, ob die Kandidaten bereits im Zusammenhang mit Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung aufgefallen sind. In zwei Fällen, die sich auf das Polizeipräsidium und den Justizvollzug beziehen, gab der Verfassungsschutz Erkenntnisse an die jeweilige Einstellungsbehörde weiter.
Stärkung des Verfassungsschutzes
„Zu wem Anhaltspunkte für eine rechtsextreme, linksextreme oder islamistische Grundeinstellung vorliegen, der darf nicht verbeamtet werden“, sagte Evers dem Tagesspiegel. Beamter dürfe nur werden, wer für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintrete.
Der Check müsse für alle gelten, die zu Beamten auf Probe, auf Zeit oder auf Lebenszeit ernannt werden sollen. Bei Posten im Senat und in den Bezirksämtern solle die Überprüfung nach jeder Neuwahl erfolgen. Evers beabsichtigt zudem eine Stärkung des Verfassungsschutzes, etwa mit mehr Befugnissen.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen
meistkommentiert