Büchner-Preis für Christine Wunnicke: Überraschendes zwischen Hollywood und Nagasaki
Die Autorin Christine Wunnicke erhält den renommierten Georg-Büchner-Preis. Ihr Erzählwerk sei „stets überraschend“, lobt die Jury.
Foto: Volker Derlath/SZ Photo/picture alliance
taz/dpa | „Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Georg-Büchner-Preis 2026 Christine Wunnicke für ihr stets überraschendes und souverän konzipiertes Erzählwerk, das an so unterschiedlichen Schauplätzen wie Hollywood, Nagasaki oder Paris angesiedelt ist“, heißt es in der Begründung der Jury.
Die 1966 in München geborene Autorin und Übersetzerin hat bereits mehrere erfolgreiche Romane veröffentlicht, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Zuletzt erschien 2025 von ihr „Wachs“ über zwei Frauen, die sich im Frankreich des 18. Jahrhunderts in der Wissenschaft behaupten – der Roman war auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Wunnickes 2020 erschienener Roman „Die Dame mit der bemalten Hand“ über die fiktive Begegnung des deutschen Forschungsreisenden Carsten Niebur mit einem persischen Astronomen wurde mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet.
Verleihung im Oktober
Die Verleihung soll am 24. Oktober im Staatstheater Darmstadt stattfinden. Der Büchner-Preis zählt zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.
Die Akademie vergibt den Preis an Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in deutscher Sprache schreiben. Die Preisträger müssen „durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten“ und „an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben“, heißt es in der Satzung. Der Preis wird vom Bund, vom Land Hessen und von der Stadt Darmstadt finanziert.
Zu den bisherigen Preisträgern gehören Max Frisch (1958), Günter Grass (1965) und Heinrich Böll (1967) sowie zuletzt Terézia Mora, Lukas Bärfuss, Elke Erb, Clemens J. Setz, Oswald Egger und Ursula Krechel. Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner („Woyzeck“). Er wurde 1813 im Großherzogtum Hessen geboren und starb 1837 in Zürich.
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