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Biolandwirtschaft in FrankreichEine harte Nuss

Hugo und Julie Peloux wollen im Südwesten Frankreichs Haselnüsse anbauen – aber ohne Pestizide. Niemand glaubt, dass sie das schaffen.

Aus Lot-Et-Garonne

Stefanie Ludwig und Augustin Campos

L ange Zeit hieß es auf den Haselnussplantagen im Südwesten Frankreichs: Entweder gehörst du zu Unicoque oder du lässt es ganz bleiben. Auch Hugo und Julie Peloux wurden vor 8 Jahren – damals florierte die Haselnuss gerade – mit diesen Optionen konfrontiert. Doch sie wählten einen ganz anderen Weg: sich unabhängig machen von der Genossenschaft, die vor allem herkömmliche Landwirtschaft unterstützt, es alleine schaffen mit Biohaselnüssen. Damit sind sie Pioniere.

Der Bauernhof des Paares Peloux liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Sitz der Agrargenossenschaft Unicoque in Cancon, etwa anderthalb Stunden östlich von Bordeaux. Hugo Peloux sitzt an seinem Schreibtisch, Unterlagen stapeln sich auf der Tischplatte. „Mir wurde damals von Unicoque gesagt, dass man einen Vertrag über 20 Jahre unterschreiben müsse“, erinnert sich der Landwirt.

Unicoque, die einzige Genossenschaft in der noch jungen französischen Haselnussbranche, versucht durch die Unterzeichnung solcher Verträge, sich langfristig Finanzierungsmöglichkeiten zu sichern. Für die Landwirte bedeutet das, sich schon zu Beginn ihrer Unternehmung in eine langfristige Abhängigkeit zu begeben.

Hugo Peloux war gerade Anfang dreißig. „Ich dachte mir, man muss verrückt sein, um sich auf so einen Vertrag einzulassen“, sagt er. Dann wird er plötzlich ernst. Denn die Entscheidung gegen „Koki“ stellte das Paar vor ungeahnte Herausforderungen.

Allein? Das klappt nie!

Schon bei der Suche nach Setzlingen ging es los. „Die Baumschulgärtner fragten mich alle, ob ich bei Unicoque unter Vertrag stünde, weil sie mir sonst keine Setzlinge verkaufen dürften“, erinnert sich Peloux. Erst nach längerer Suche fand er einen, der ihm die Setzlinge für heute 20 Hektar Haselnusssträucher lieferte.

Es folgten weitere Hindernisse: „Wenn Sie nicht bei Unicoque sind, haben Sie keinen Anspruch auf Hilfsgelder“, erklärte man dem Landwirt, der eigentlich fest mit einer Unterstützung von 3.000 bis 4.000 Euro pro Hektar von der staatlichen Stelle FranceAgriMer gerechnet hatte. „Das hat mir am meisten wehgetan“, sagt er.

Doch das Paar will sich nicht erpressen lassen und hält an seinem Vorhaben fest. Mit Konsequenzen, sagen sie: Wichtige Investitionen, etwa für ein Bewässerungssystem, mussten sie erst mal aufschieben. Zudem arbeiten sie mindestens 70 Stunden die Woche, weil sie keine Mitarbeiter einstellen konnten. Auch die Vermarktung ohne Hilfe der Genossenschaft ist eine Herausforderung. Haselnussbauern in der Nachbarschaft halten den Plan für nicht realisierbar.

Doch Peloux glaubt an die Nuss. Und er hat einen Plan. Als er den Hof vor 13 Jahren von seinem Vater übernahm, standen darauf auch einige Pflaumenbäume. Die Region ist bekannt für ihre getrockneten Pflaumen, die „Pruneau d’Agen“, benannt nach der Hauptstadt des Departements. Auch Getreideflächen gehören zum Hof. „Ich konnte den Schritt wagen, weil ich andere Kulturen habe, auf die ich zurückgreifen kann“, sagt Pelloux heute.

Ohne Chemie, aber was dann?

Die Einnahmen aus diesen sicheren Kulturen nutzte der Landwirt zur Finanzierung der Haselnussplantage, außerdem für einen Stall mit 12.000 Legehennen.

Die Idee, auf Bio umzusteigen, sei von seiner Partnerin gekommen, erzählt Hugo Peloux. „Wir haben den gesamten Betrieb umgestellt, als Julie, die bis dahin Kosmetikerin war, sagte, sie wolle mit mir zusammenarbeiten.“ Ihre Bedingung sei der Umstieg auf Bio gewesen. Aus einer anderen Ecke des Büros kommt heftiges Nicken. „Ich wollte nicht, dass unsere Kinder in einer Umgebung aufwachsen, in der Pestizide eingesetzt werden.“

Die Haselnusssträucher des Paares stehen bauschig und mit vielen Ästen und Blättern hinter den Weizenfeldern, die rund um den Hof wachsen. Sie unterscheiden sich damit von den meisten Haselnussbäumen der Gegend mit ihrem freiliegenden Stamm. Das soll den Erntemaschinen die Arbeit erleichtern.

„Wir haben es wie in den Anbaugebieten in der Türkei und in Italien gemacht, das schützt den Baum langfristig besser“, sagt der Haselnussbauer und wirft einen Blick auf seine jungen Bäume. Weil er keinen chemischen Dünger und kein Pflanzenschutzmittel benutzt, braucht es andere Mittel gegen Schädlinge und die Folgen des Klimawandels.

Bio bringt zu wenig Ernte

Denn auch die machen sich auf Pelloux’ Hof bemerkbar: 2023 fiel die Ernte beinahe komplett aus. 2024 waren es 5 Tonnen, 2025 3 Tonnen. „Es gab zu viel Wasser im Winter und im Frühjahr intensive Hitzewillen.“

Doch Peloux glaubt an die Zukunft seiner Bionüsse. Für 2026 sehe es recht gut aus. Die sprießenden Knospen zeugen davon. In den kommenden Jahren strebt er einen Durchschnitt von 2 Tonnen pro Hektar an, um wirtschaftlich rentabel zu sein.

Im Bioanbau produzieren Sie nichts, gar nichts!

Jérôme Bissières, Landwirt und Vizepräsident von Unicoque

„In Wahrheit haben wir noch keine Erfahrungswerte in der Biobranche, da sie in Frankreich noch sehr jung ist“, meint er. Was man beim Bioanbau aber auf alle Fälle brauche, sei Geduld. Darin ist sich Peloux mit anderen Biobauern einig.

Ein paar Dutzend Bioerzeuger zählt die Branche bislang – viele davon unabhängig. Von der Genossenschaft Unicoque blieb der Zweig quasi ungeachtet, von 300 Haselnussbauern, die zur Genossenschaft gehören, sind nur fünf Bioerzeuger. „Biohaselnüsse sind nicht möglich“, sei der gängige Spruch von Unicoque, erzählen Landwirte in der Region.

Frankreichs Nusskrise

Jérôme Bissières, Vizepräsident von Unicoque, rechtfertigt die konventionelle Linie der Genossenschaft: „Im Bioanbau produzieren sie nichts, gar nichts“, echauffiert er sich lautstark in den Räumlichkeiten des Rathauses von Agmé, einem kleinen Dorf im Nordwesten des Departements. Er ist hier Bürgermeister, hat selbst 80 Hektar mit Haselnusssträuchern. Dass er vom Bioanbau wenig überzeugt ist, damit hält er nicht hinterm Busch.

Versucht habe man es bei Unicoque, sagt er. Doch die Versuchsfläche würde demnächst wieder auf konventionell umgestellt. Das überschneidet sich mit Berichten einiger Landwirte in der Gegend, die aufgrund mangelnder Erträge wieder zurück zur Chemie sind.

Mancher Landwirt räumt gegenüber der taz aber auch ein, auf die falsche Sorte gesetzt zu haben. Einer berichtet davon, die Bäume unbeabsichtigt mit seiner Maschine beschädigt zu haben. Wieder einem anderen fehlte schlichtweg die Geduld: „Ich kann es mir nicht leisten, zu warten. Ich habe zu viel Geld verloren.“ Zudem habe der Staat Fördermittel für den Erhalt des ökologischen Landbaus 2025 wieder gestrichen. Auch das war für manchen Landwirt ein Grund, Bio wieder sein zu lassen.

Tatsächlich steckt die gesamte französische Haselnussbranche inzwischen in einer tiefen Krise. Frankreich verfügt über weniger als 8.000 Hektar Haselnussplantagen und bleibt damit im internationalen Vergleich nur ein kleiner Produzent. Dabei hatte Unicoque 2021 nach einem Vertrag mit Ferrero große Pläne: Von 11.000 Tonnen im Jahr 2023 sollte die Produktion bis 2030 auf 30.000 Tonnen steigen. Ferrero ist der wichtigste Abnehmer von Unicoque – für die berühmte Nuss-Nougat-Creme Nutella, die im Norden Frankreichs in der weltweit größten Produktionsstätte des Konzerns hergestellt wird.

Nutella braucht Nüsse

Der italienische Süßwarenriese, der seine Haselnüsse bislang überwiegend aus der Türkei bezieht – dem mit Abstand größten Produzenten weltweit –, wollte den Anteil französischer Haselnüsse in seiner Lieferkette erhöhen. Lokale Produzenten haben Vorteile, nicht zuletzt fürs Image.

Doch statt Wachstum folgte der Rückgang. Frankreich importiert weiterhin fast 90 Prozent der Haselnüsse, die im Land konsumiert werden. Fast die Hälfte davon landet in der Nutella-Produktion. Gleichzeitig exportiert Frankreich rund 20 Prozent seiner eigenen Ernte.

Zwischen 2021 und 2025 lag die Jahresproduktion von Unicoque – Ausnahme war das Jahr 2023 – nicht über 7.300 Tonnen. Das entspricht der Hälfte seines Produktionspotenzials. Nach den Spätfrösten in den Jahren 2021 und 2022 waren es insbesondere die übermäßigen Niederschläge, die in den letzten beiden Jahren zu Ernteeinbußen führten.

Für Jérôme Bissières liegt die Hauptursache der Krise aber woanders: im Verbot des Insektizids Acetamiprid. Das Neonicotinoid wurde in Frankreich 2020 endgültig verboten, auf EU-Ebene ist es jedoch weiterhin bis 2032 zugelassen. Besonders die sogenannte marmorierte Baumwanze, ein invasiver Schädling aus Asien, habe den Produzenten zuletzt enorme Schäden zugefügt.

Druck auf den Gesetzgeber

„Im Jahr 2024 hat der Schädling unsere Kulturen vernichtet, wir konnten nichts tun, weil wir kein zugelassenes Mittel hatten“, schimpft der Landwirt. Hinter seinen runden Brillengläsern weiten sich seine Augen. Und dann gibt es auch noch den Haselnussbohrer, ein Rüsselkäfer, der ein bis drei Jahre unter der Erde am Fuße der Haselnusssträucher überwintert. Auch er hat in der Vergangenheit auf mehreren Anbauflächen große Schäden hinterlassen.

Für den Unicoque-Vize deshalb klare Sache: „Wir wollen die gleichen Mittel zur Schädlingsbekämpfung haben wie unsere Nachbarn. Wir verlangen ja nicht direkt, dass wir wie die türkischen Produzenten über 244 Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln verfügen“, sagt er. Ob nicht auch die niedrigen Arbeitskosten und lockeren Umweltauflagen in anderen Ländern eine Rolle spielen? „Wie sollen sich die Unternehmen, wie soll Ferrero sich denn sonst versorgen?“, antwortet Bissières.

Regelmäßig reist er nach Paris, um dort über das in Frankreich heftig umstrittene „Loi Duplomb 2“ zu debattieren – ein Gesetzesvorhaben, das in mehreren Landwirtschaftszweigen Pestizide wiederzulassen würde, die seit mehreren Jahren verboten sind. Pestizide, die damals als gefährlich galten und von den Gesundheitsbehörden verboten wurden. Umweltschützer warnen vor einem massiven Rückschritt für den Naturschutz, sollte das Gesetz Teil des sogenannten Agrarnotstandsgesetzes werden.

Anfang Juni stimmte die Nationalversammlung bereits zu, Ende des Monats muss das Gesetz noch durch den Senat. Es wird damit gerechnet, dass insbesondere die rechten und rechtsextremen Parteien Druck ausüben werden, damit die Pestizide wieder zugelassen werden.

Gift ist nicht das einzige Mittel

Der Insektenforscher Philippe Grandcolas vom französischen Forschungszentrum CNRS hält diese Argumentation für gefährlich. In Europa seien die Insektenpopulationen in den vergangenen zwanzig Jahren dramatisch eingebrochen – um 80 Prozent. „Das Mittel tötet nicht nur Schädlinge“, erklärt Grandcolas. „Es vernichtet auch Nützlinge und Bodeninsekten.“

Zudem sei Acetamiprid wasserlöslich und breite sich weit über die behandelten Flächen hinaus aus. Betroffen seien so auch benachbarte Kulturen und Bestäuberinsekten. Grandcolas verweist zudem auf mögliche neurotoxische Wirkungen. In einer Studie aus dem Jahr 2022 sind Rückstände des Wirkstoffs sogar in der Gehirnflüssigkeit von Kindern nachgewiesen worden.

Die aktuell zugelassenen Alternativen, etwa Pyrethoiden, seien schon schlimm genug. Dieses Insektizid, das weltweit in großem Umfang eingesetzt wird, gilt zwar als weniger giftig, hat aber eine potenzielle Wirkung auf das Hormonsystem.

Wenn der Boden lebt, kommen auch die natürlichen Gegenspieler zurück

André Tesson, seit 2 Jahren Biobauer

Doch Bissières ist überzeugt von seiner Wirkung. Bauern, die es zu Behandlungen anwendeten, würden rund 3 Tonnen pro Hektar erwirtschaften – gegenüber nur 800 Kilogramm bei unbehandelten Flächen.

Forscher Grandcolas sieht das Problem in der Struktur der Plantagen selbst: große Monokulturen ohne ökologische Vielfalt. „Wenn man Haselnussbäume dicht nebeneinander pflanzt, zieht das natürlich Schädlinge an.“

Wenn die Libellen wieder surren

Das hat sich auch Familie Tesson zu Herzen genommen, die ihren landwirtschaftlichen Betrieb im Westen des Departements hat. Vor zwei Jahren verließen sie Unicoque – nach 37 Jahren. Seither bauen sie ihre Haselnüsse mit deutlich reduziertem Pestizideinsatz an. Zwischen den Bäumen wächst Gras, Marienkäfer, Heuschrecken oder Libellen seien zurückgekehrt. Sie würden etwa die Eier der Baumwanzen fressen, sagt André Tesson, auf dem Kopf eine Baskenmütze. „Wenn der Boden lebt, kommen auch die natürlichen Gegenspieler zurück.“

Viele Biohaselnussbauer richten vermehrt Hühnerställe rund um ihre Obstgärten ein. Die frei herumlaufenden Hühner fressen nicht nur Schädlinge, sie wühlen auch den Boden auf, in dem sich diese verstecken.

650 Hektar konventionelles Getreide und 20.000 Hühner in Intensivhaltung gehörten früher zu André Tessons Betrieb. Dann veränderte ein Schicksalsschlag sein Leben – und die Ausrichtung seines Betriebs. Er erkrankte an Lungenkrebs. Schnell zog er die Verbindung zum jahrzehntelangen Pestizideinsatz und entschied den Betrieb grundlegend umzustellen.

Die Tessons setzen heute auf Begrünung, reduzierte Bodenbearbeitung und deutlich weniger chemische Mittel. 10 Hektar Biofläche und 60 Hektar konventionell, auf denen im Jahr nur 5 statt der üblichen 14 Behandlungen mit Spritzmitteln vorgenommen werden. „Wir beobachten nicht mehr Schädlinge als andere Produzenten“, sagt Anthony Tesson, der den Hof inzwischen von seinem Vater übernommen hat.

Samurai mit Knoblauchsauce

Auch Hugo Peloux setzt auf natürliche Mittel gegen Schädlinge. Er sprüht Knoblauchjauche auf seine Bäume, die natürlich vorkommende „Samurai-Wespe“ legt ihre Eier in die Eier der Baumwanze. Viele Produzenten sehen darin eine mögliche Alternative – sogar bei Unicoque forscht man zu dem Insekt.

„In der konventionellen Landwirtschaft denkt man oft: Wenn ein Mittel verboten wird, braucht man sofort ein neues“, berichtet Peloux. Dieses Denken kenne er seit seiner Kindheit. Sein Vater habe immer exakt umgesetzt, was die Techniker der landwirtschaftlichen Genossenschaften ihm empfahlen. „Man sagte ihm: Wenn du das nicht machst, wirst du keine Ernte haben.“ Das wirkte.

Das Paar Peloux spricht von einer Sackgasse im System. Für sie steht fest: Sie wollen weg vom reinen Produktionsmodell für die Industrie. Statt möglichst große Mengen für Nutella zu liefern, setzen sie auf eigene Verarbeitung und Direktvermarktung. Sie verkaufen karamellisierte Haselnüsse, Haselnussöl, geröstete Nüsse und Trockenpflaumen direkt an Läden mit regionalen Produkten, Biobäckereien, Chocolatiers oder an die Kosmetikbranche. Noch reicht die Produktion aber nicht aus, um alle Anfragen zu bedienen. „Wir müssen bislang noch viel ablehnen, weil wir schlicht nicht genug Ware haben“, sagt Julie Peloux auf ihrem Hof.

Die Familie Tesson verfolgt einen ähnlichen Weg. Die eigene Ernte verarbeitet sie selbst, hochwertige Produkte aus Haselnüssen, Mandeln und Walnüssen werden an Spitzenköche, Konditoren und auf regionalen Märkten verkauft. Mit rund 1,2 Tonnen Biohaselnüssen pro Hektar arbeitet der Betrieb inzwischen profitabel. „Unicoque hat uns zeitweise nur 1,80 Euro pro Kilo bezahlt“, erinnert sich Anthony Tesson. Heute verkauft er seine Biohaselnüsse in der Schale für 4,50 Euro pro Kilo.

Unicoque ist auch keine Lösung

In der Branche findet ein Umdenken statt. Mehrere Haselnussbauern hätten versucht, sich von Unicoque zu lösen, heißt es – manche vor, manche nach Vertragsende. Zwischen dreißig und fünfzig Produzenten seien weggefallen, schätzt ein Unicoque-Mitglied. Jérôme Bissières spricht von etwa fünfzehn – und kann die schwierige Lage von Unicoque dennoch kaum verbergen.

Der Hauptgrund für die Abwanderung: die Hoffnung, die eigene Ernte besser vermarkten zu können. Denn die Kritik an der niedrigen Vergütung, die die Genossenschaft in den vergangenen Jahren gezahlt habe, wird immer lauter.

Auch wenn vieles für sie spricht, liegt über der noch jungen Biosparte weiterhin Unsicherheit. Während die Familie Tesson gerade plant, weitere 9 Hektar auf Bio umzustellen, hat ein anderer Produzent vor wenigen Monaten einen Hektar seiner insgesamt 2 Hektar Biohaselnussplantagen roden müssen. Er hat den Kampf gegen den Haselnussbohrer nach mehr als vierzig Jahren verloren.

Doch seine Nüsse machen nur ein Zwanzigstel des Umsatzes seines Mischbetriebs aus. „Wir sind vielfäligt aufgestellt. Wenn wir eine Kultur verlieren, ist das nicht dramatisch.“

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