Berlin Freedom Week: Berlin feiert die Demokratie
Zum Jahrestag des Mauerfalls bringt Berlins „Freedom Week“ Dissidenten und Oppositionelle aus vielen Staaten zusammen. Ein Schwerpunkt sind Frauenrechte.
Foto: Christoph Soeder/picture alliance/dpa
dpa | Zum zweiten Mal lädt Berlin zum Jahrestag des Mauerfalls am 9. November zu einer „Freedom Week“ (Woche der Freiheit) ein. Rund 170 Veranstaltungen sind bis zum nächsten Samstag geplant. Dazu gehören eine große Konferenz, Vorträge, Diskussionen, Lesungen, Führungen und Filme. Zahlreiche Dissidenten und Oppositionelle aus vielen Staaten sind dabei.
Höhepunkt der Woche ist die „Berlin Freedom Conference“ am Dienstag im Filmtheater Colosseum in Prenzlauer Berg. Experten diskutieren über Freiheit, Demokratie und das Leitmotiv „Change is possible“ (Veränderung ist möglich). Unter ihnen ist auch der Putin-Gegner und frühere Schachweltmeister Garri Kasparow.
Zuvor geht es am Montag im Bundestag um Frauenrechte und demokratische Kultur. An dem „Freedom and Security Women Summit“ nimmt auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) teil. Erwartet werden außerdem Oppositionspolitikerinnen und Menschenrechtsaktivistinnen, die etwa aus Belarus, Iran, Afghanistan oder Kuba stammen.
Am Montagmorgen ist zum 37. Jahrestag des Mauerfalls eine Erinnerungsveranstaltung an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße unter anderem mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) geplant.
Stasizentrale und Fluchttunnel
Am Wochenende und während der ganzen Woche sind Berlinerinnen und Berliner sowie Besucher der Stadt zu zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen eingeladen. Berichtet wird von der Geschichte unterirdischer Fluchttunnel von Ost-Berlin in den freien Westen.
In der Stasizentrale geht es bei einer Führung um „Frauen im Dienst der Staatssicherheit“. Vorgestellt werden auch Berliner Stasi-Gefängnisse. Im Spionagemuseum steht eine Diskussion über den deutschen Auslandsgeheimdienst BND und dessen neue Befugnisse an.
Am Mittwoch werden im Colosseum einen ganzen Tag lang Dokumentarfilme über Mut und Widerstand in Diktaturen gezeigt. Das Motto lautet: „Storys of Freedom“. Die Markthalle Neun in Kreuzberg lädt am Donnerstag zum „Taiwanese Night Market“. Betont wird die Rolle Taiwans als moderne Demokratie, die von China unter Druck gesetzt wird. Am Freitag gibt es eine taiwanesische Clubnacht in Friedrichshain.
Schirmherr Kai Wegner betonte: „Berlin kann die Stadt sein, die Hoffnung gibt.“ Freiheit sei die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Wegner erinnerte sich an den Tag und Abend des Mauerfalls 1989 und sagte: „Ich stand auf der Mauer. Es war der schönste Tag in meinem Leben.“ Die Menschen sollten wissen, dass Wunder geschehen können und die Freiheit am Ende siege. Er hoffe sehr, dass diese Konferenz in den nächsten Jahren fortgesetzt werde.
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