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Berlin – Shanghai – Berlin

Heute vor 50 Jahren, am 21. August 1947, kamen 295 jüdische Flüchtlinge aus Shanghai auf dem Görlitzer Bahnhof in Berlin an. Für die Mehrheit der sogenannten Shanghailänder kam die Rückkehr nach Deutschland nicht in Frage. Nur insgesamt 600 wagten die Rückkehr in die zerstörte Heimat, wo sie wesentlich zum Fortbestand der jüdischen Gemeinde in Berlin beitrugen.

Nach der Flucht Ende der 30er Jahre, meist per Schiff von Italien aus, waren viele Flüchtlinge in Shanghai zunächst im Viertel Hongkou untergekommen, das vom Japanisch-Chinesischen Krieg halb zerstört war. 1943 richtete die japanische Besatzungsmacht hier auf Druck der Nazis ein Ghetto ein, in das dann alle nach 1937 geflohenen Juden ziehen mußten. Im auch „Klein-Berlin“ oder „Klein-Wien“ genannten Viertel Hongkou überlebten die jüdischen Flüchtlinge aus Europa zusammen mit ihren chinesischen Nachbarn den Zweiten Weltkrieg. Die Chinesen hatten sich geweigert, das Viertel zu räumen. Bis 1950 hatte die große Mehrheit der jüdischen Flüchtlinge Shanghai wieder verlassen, meist in Richtung Israel oder USA.

Noch bis zum 28. August ist im Berliner Martin-Gropius-Bau die Ausstellung „Leben im Wartesaal, Exil in Shanghai 1938–1947“ zu sehen. In Sankt Augustin bei Bonn zeigt das Haus Völker und Kulturen noch bis zum 26. Oktober die Ausstellung „Juden in China – von Kaifeng bis Shanghai“.

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