piwik no script img

Berichte über anstehende DürreIm „Sahara-Sommer“-Journalismus

Die Trockenheitswarnung des Deutschen Wetterdienstes bewegt Medien im ganzen Land. Die schönsten Schlagzeilen.

Aus Berlin

Julia Springmann

Über das Wetter reden, das ist Smalltalk. Das ist beliebt. Aber die Fakten, zum Beispiel zum Wetter, sehen so aus: „Wir können momentan keine Aussage dazu treffen, ob der Sommer 2019 verregnet wird oder nicht“, sagte Wolfgang Jansen, Agrarmetereologe beim Deutschen Wetterdienst, der taz. So weit, so trivial.

Trotzdem war die Ankündigung des Deutschen Wetterdiensts, es stehe Deutschland möglicherweise ein neuer Dürresommer bevor, wenn die Trockenheit der letzten Wochen weiterhin anhielte, für viele ein Grund für schaurige Schlagzeilen und Forderungen. Jetzt zieren Überschriften die Titelblätter und Webseiten diverser Zeitungen und Online-Medienhäuser, die an polemisch-poetischer Schönheit fast nicht zu übertreffen sind. Die Besten:

„Jetzt schon zu trocken! Katastrophenalarm! Waldbrände! Deutschland droht nächster Sahara-Sommer“, Bild Online, 24.04.19.

„Meteorologen sicher! Sahara-Sommer mit Mega-Dürre droht“, titelt Bild, 25.4.19.

„Dürre – Die Wüste vor der Haustür“, titelt Die Welt, 25.04.19.

„Unsere Wüste“, titelt die Berliner Zeitung, 25.04.19.

„Eine CO2-Steuer reicht nicht“, titelt die Süddeutsche Zeitung am 25.04.19. Für Grünen-Parteivorsitzende Annalena Baerbock ist die Warnung des Deutschen Wetterdienstes Anlass, eine höhere Bepreisung für Schadstoff-Emissionen einzuführen.

„Die ‚Dürre‘ und ihre Profiteure“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.19.

„Angst vor Super-Dürre: Droht uns ein Sahara-Sommer?“, RTL.de, 25.04.19.

„Ein weiterer Horrorsommer droht“, Die Welt, 24.04.19.

„Drohende Dürre: Keine neuen Hilfen in Aussicht“ ndr.de, 25.04.2019.

„Dauer-Dürre trocknet Deutschland aus: Wird jetzt das Trinkwasser knapp?“, focus.de, 25.04.19.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

5 Kommentare

 / 
  • Vordenker112

    Was soll das? Die Felder und Wiesen der Bauern, Die trockenen Wälder, die Gärtner, alle brauchen Wasser! Jeder will Gemüse, Obst, Salat, Kartoffeln essen, meckert aber rum, wenn es mal ne Woche regnet. Wir sollten froh sein, wenn es mal regnet!!!!

  • Andreas Bitz

    Des einen Freud des Anderen Leid: Niedrigerer Heizenergieverbrauch, Biergarten- und Cabriowetter, früher Spargel, der Nah- und Deutschlandtourismus (statt Ferienflieger) boomt... Nicht jedes Extremjahr ist das Ende der Menschheit: Wie war es denn mit 2003, 1976, 1959, 1947, 1911, übrigens wirklich extrem 1540. CO2 ist das Problem?

  • Mr. Fawkes

    Folgen von Menschengemachter Erwerwärmung & Klimawandel ...

    ( Unpoetisch-Unpolemische ) Wissenschaftliche Fakten & Sichtweisen zum Thema :

    de.wikipedia.org/w...len_Erw%C3%A4rmung



    www.greenpeace.de/...n-des-klimawandels



    www.nabu.de/umwelt...awandel/index.html



    ec.europa.eu/clima...ge/consequences_de

    • Mr. Fawkes

      @Mr. Fawkes:

      Guckida ... Gibt , im Rahmen des Gesunden Galgenhumor des Sahara-Sommer-Journalismus , tatsächlich auch noch Beruhigende Meldungen :

      Entwarnung - Dürreperiode in Deutschland wird bald durch Meeresspiegel-Anstieg beendet

      www.der-postillon....tschland-wird.html

    • Mr. Fawkes

      @Mr. Fawkes:

      Korrektur :

      Uuups - Hat das Schreibfehlerteufelchen wieder zugeschlagen - Nixda Eierwärmung :

      Die `Erwerwärmung` sollte ursprünglich Erd-Erwärmung heißen ...

      Sorry