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"[...] damit sie auf den öffentlichen Nahverkehr [...] umsteigen."
Sorry, aber das ist immer der größte Witz bei diesen Artikeln:
Auf welchen Nahverkehr soll man denn bitte Umsteigen? Es gibt in Deutschland einfach keinen nennenswerten Nahverkehr und wo keiner ist kann man diesen auch nicht nutzen. Es ist eine absolut kleine Minderheit, die in ihrer Filter-Blase lebt und den Luxus eines Nahverkehrs genießen kann. Nicht jeder lebt in Ihrer Filter-Blase, manche von uns leben in Deutschland!!!
Diese Forderung ständig zu wiederholen ist ein immer wieder kehrender unverschämter Schlag ins Gesicht aller Menschen, die unter dem fehlenden Nahverkehr leiden.
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Die Moderation
Nur ging es bei dem Test nicht um einen allgemeinen Stimmungstest sondern allein um die Frage, ob Tempo 30 für eine Verbesserung der Lufqualität sporgt. Dies ist nunmahl nicht der Fall und lässt sich auch nicht anderweitig schön reden.
Tempo 30 ist schön und gut. Aber es ist tatsächlich nur halbherzige Symbolpolitik. Es müssen endlich mutige Maßnahmen her, die den Autoverkehr tatsächlich reduzieren, nicht nur verlangsamen. Die mögen anfangs nicht populär sein, aber nach einiger Zeit werden sich die Menschen die Augen reiben und sich fragen, warum ihre Stadt plötzlich so lebenswert ist und warum wir uns das so lange angetan haben, unsere Städte mit Autos zuzustellen.
Frage am Rande: Warum verbessert sich das individuelle Sicherheitsempfinden nur für Verkehrsteilnehmer? Was ist mit den weiblichen und diversen? Oder hat sich hier etwa ein generisches Maskulin eingeschlichen?
Nach der Großrazzia bei der Letzten Generation zeigt sich: Behörden bekämpfen Aktivist:innen statt Missstände. Das hat Tradition in Deutschland.
Auswirkungen von Tempo 30: Vier Prozent sind erst der Anfang
Tempo 30 reduziert gesundheitsschädliche Stickoxide nur im geringem Maß. Dennoch ist es keine gescheiterte Symbolpolitik von AutogegnerInnen.
Bei Tempo 30 kann Mensch auch mal gemütlich über ne Hauptstraße gehen… Foto: dpa
BERLIN taz | Für viele AutofahrerInnen ist die Einführung von Tempo 30, wo sonst 50 Stundenkilometer gefahren werden durften, eine massive Veränderung im Straßenverkehr; manche fühlen sich gar in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt. Wenn dann eine Studie wie aktuell die der Senatsverwaltung für Verkehr ergibt, dass die damit erwünschten Wirkungen in Sachen Umweltschutz gering sind, wird schnell die Geschwindigkeitsreduzierung an sich infrage gestellt. Doch das Gegenteil ist richtig.
Denn nicht nur für viele AutofahrerInnen stellt Tempo 30 auf Hauptstraßen eine große Veränderung dar, sondern auch für andere, oft marginalisierte VerkehrsteilnehmerInnen wie FußgängerInnen oder RadlerInnen. Für sie bedeuten langsamer fahrende Autos eine fulminante Verbesserung der Stimmung auf der Straße insgesamt. Für alle Verkehrsteilnehmer verbessert sich das individuelle Sicherheitsempfinden.
Wenn also eine Untersuchung der Senatsverwaltung ergibt, dass bei gleichem Verkehrsaufkommen Tempo 30 auf der Leipziger Straße im Jahresschnitt lediglich für vier Prozent weniger gesundheitsschädliches Stickstoffdioxid (NO2) sorgt, mag das zuerst nach gescheiterter Symbolpolitik von AutogegnerInnen klingen. In Wirklichkeit ist es jedoch ein Zeichen dafür, dass noch viel härtere Schritte und Schnitte nötig sind.
Denn erstens bedeutet das Ergebnis der Auswertung, dass eine Maßnahme allein nicht ausreicht, um die von der EU vorgeschriebenen und von Gerichten geforderten Grenzwerte einzuhalten. Weiterhin sind viel zu viele Dreck produzierende Autos unterwegs. Daran müssen zweitens offenbar noch viel mehr Menschen als bisher erinnert werden, damit sie auf den öffentlichen Nahverkehr, Fahrgemeinschaften oder das Rad umsteigen.
Schließlich dürfen drittens solche Einschränkungen nicht nur aus Sicht der direkt Betroffenen gesehen werden, sondern auch aus Sicht der indirekt Betroffenen. Und da kann es nur heißen: Tempo 30 stadtweit, plus weniger Parkplätze und mehr Radwege … Vier Prozent sind erst der Anfang.
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Kommentar von
Bert Schulz
Leiter taz.Berlin
Jahrgang 1974, ist Leiter der Berlin-Redaktion der taz. Zuvor war er viele Jahre Chef vom Dienst in dieser Redaktion. Er lebt seit 1998 in Berlin und hat Politikwissenschaft an der Freien Universität studiert.
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