Wahl-O-Mat zur Brandenburg-Wahl: Orientierung für Wähler*innen
An 38 Thesen können Wähler*innen ihre Positionen mit denen der Parteien abgleichen. Der Wahl-O-Mat zeigt auch, was aktuell heiß diskutiert wird.

Im am Montag veröffentlichten Wahl-O-Mat zur Brandenburgwahl am 22. September finden sich daneben auch Aussagen dazu, dass Brandenburg den Ausbau der Windkraft stoppen sollte oder, dass das Land vorrangig ökologische Landwirtschaft fördern und Moore vernässen sollte. Oder die Frage, ob das Land weiterhin Projekte zur Bekämpfung von Rechtsextremismus fördern sollte.
Potenzielle und noch schwankende Wähler*innen können sich mit dem Wahl-O-Mat durch 38 Thesen klicken und jeweils beantworten, ob sie der These zustimmen, sie ablehnen oder ihr neutral gegenüber stehen. Die jeweiligen Antworten vergleicht das Programm dann mit den Positionierungen der Parteien zu den Thesen und zeigt an, welche Parteien der eigenen Positionierung am nächsten stehen.
Jungwähler*innen beteiligt
Erstellt hat den Wahl-O-Mat die Bundeszentrale für politische (bpb) Bildung gemeinsam mit der Brandenburger Landeszentrale. 13 der zur Landtagswahl zugelassenen Parteien haben sich zu den Thesen geäußert, nur die KPD habe nicht geantwortet. Die Thesen hatte ein Team zusammengestellt: Dazu gehörten Jungwähler*innen – über deren Beteiligung sich die Leiterin der Landeszentrale bei der Freischaltung besonders freute, außerdem Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Vertreter*innen aus dem Bildungsbereich. Zur Landtagswahl 2019 war der damalige Wahl-O-Mat rund 315.000 Mal genutzt worden.
Wahl-O-Mat-Brandenburg 2024: 38 Thesen zur Landespolitik, 13 Parteien und ihre Antworten – deine Wahl.
Es fällt auf, dass sich einige Thesen (zur Kürzung von Bürgergeld und zu Waffenlieferungen an die Ukraine) auf Themen beziehen, auf die die Landesregierung direkt erst mal keinen Einfluss hat – ein Anzeichen für die zunehmende Popularisierung der Politik. Und übrigens ist es am Ende wohl doch entscheidend, ob die kommende Regierung Politik für Brandenburgs Bürger oder Bürger:innen macht. Denn die Parteien, die eine geschlechtergerechtere Sprache ablehnen, haben auch zu den wirtschaftlich und politisch handfesteren Thesen nur rückwärtsgewandte Antworten.
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