Anwalt droht taz mit rechtlichen Schritten: Klinsmann sieht seine Würde verletzt
Nach dem taz-Titelbild mit Bayern-Trainer Klinsmann am Kreuz verlangt dieser eine Unterlassungserklärung und droht mit juristischen Schritten. Die taz unterschreibt nicht - und sieht einem Prozess gelassen entgegen.
BERLIN taz ■ Der Trainer des FC Bayern München will die taz auf Schadenersatz und Unterlassung verklagen. Dies teilte Jürgen Klinsmann am Dienstag der taz über eine Münchner Anwaltskanzlei mit. Es geht um das Ostertitelbild der taz. Klinsmann war dort am Kreuz zu sehen gewesen, neben der Schlagzeile „Always Look on the Bright Side of Life“ – als Anspielung auf den Monty-Python-Film „Das Leben des Brian“ und mit der Unterzeile „Von Deutschlands Superstar zu Bayerns Buhmann“. Der Monty-Python-Film feiert ebenso wie die taz in diesem Jahr den 30. Geburtstag.
Ihr Mandant sei „zutiefst und massiv“ in seiner Menschenwürde und seinem Persönlichkeitsrecht verletzt, so die Kanzlei Gabriel und Collegen im Auftrag Klinsmanns. Auch der Mediendirektor des FC Bayern, Markus Hörwick, halte das für eine beispiellose mediale Entgleisung, welche nicht mehr durch Meinungsäußerungs- und Kunstfreiheit gedeckt sei.
Die taz soll eine Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung unterzeichnen, andernfalls „gerichtliche Hilfe“ in Anspruch genommen werden. Die Anwaltskanzlei setzt einen Streitwert von 100.000 Euro an und fordert bei Zuwiderhandlung eine Vertragsstrafe in Höhe von 50.000 Euro. Die taz gedenkt nicht, eine solche Unterlassungs- und Verpflichtungserklärung zu unterschreiben und sieht einem Prozess gelassen entgegen.
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