Anti-Abtreibungskundgebung in USA: „Beschützer“ Trump
Bei einer Kundgebung des „March for Life“ gegen Abtreibung nahm zum ersten Mal ein US-Präsident teil. Jedes Kind sei eine „heilige Gabe Gottes“, sagte er.
epd | Als erster US-Präsident hat Donald Trump am Freitag (Ortszeit) bei der jährlichen Anti-Abtreibungskundgebung „March for Life“ in Washington gesprochen. Trump sagte vor Zehntausenden Teilnehmern, jedes Kind sei eine „heilige Gabe Gottes“. „Ungeborene Babys“ hätten noch nie einen so starken Beschützer im Weißen Haus gehabt wie ihn.
Der „Marsch für das Leben“ findet jährlich statt. Er wendet sich gegen das Urteil des Obersten US-Gerichtes vom 22. Januar 1973 zur Legalisierung der Abtreibung. Schwangerschaftsabbruch sei durch das Recht auf die Privatsphäre gedeckt, befanden die Richter damals. „Eure Generation wird Amerika zur Pro-Life-Nation machen“, ermutigte Trump die vielen jungen Teilnehmer in seiner etwa zehnminütigen Ansprache.
Man müsse Abtreibung „undenkbar“ machen, sagte die „March for Life“-Präsidentin Jeanne Mancini. Sie dankte Trump für das, was er für die Bewegung getan habe und für das, was er noch tun werde. „Four more years“ (Nochmal vier Jahre), riefen Kundgebungsteilnehmer mit Blick auf die Präsidentschaftswahl im November.
Hoffnung macht den selbsternannten Lebensschützern die Umbesetzung der Gerichte mit „konservativen“ Juristen durch Trump und seine Ernennung von zwei Richtern zum Obersten Gericht. Bei Testfällen zur Abtreibung würden die Richter das Urteil von 1973 aufheben oder schwächen, wird vermutet.
In den USA ist die Zahl der Abtreibungen dem Familienplanungsinstitut „Guttmacher Institute“ zufolge in den vergangenen Jahren gesunken. Im Jahr 2017 seien 862.320 Abtreibungen vorgenommen worden, rund 200.000 weniger als 2011. Noch nie seit 1973 sei die Abtreibungsrate von Frauen im gebärfähigen Alter so niedrig gewesen, hieß es.
Kaum ein politisches Thema weckt in den USA so starke Emotionen wie Abtreibung. Über die Jahre haben sich die politischen Fronten verhärtet. Republikaner sind gegen das Urteil von 1973. Demokraten lehnen Abtreibungsrestriktionen weitgehend ab.
Umverteilung gegen rechts
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