Alleinerziehend in Coronazeiten: Der Nine-to-nine-Job

Alice Moutinho ist derzeit Website-Optimiererin, Lehrerin und Hausfrau in einer Person. Wir haben sie einen Tag beim Multitasken begleitet.

Eine telefonierende Mutter mit ihrem sohn im Hinterhof

Kräutergärtner Julian mit Mutter Alice Mouthino Foto: Sebastian Wells

Starke Nerven und positives Denken, das sind die beiden Superkräfte, die Alice Moutinho, 37, durch die Coronazeit bringen. Und Kaffee. Den braucht sie so dringend wie ihre Laptops den Strom, sagt sie. Allein an diesem Montag muss die Website-Optimiererin an sieben Onlinekonferenzen teilnehmen.

Moutinho arbeitet für ein Preisvergleichsportal. Zugleich ist sie derzeit Mathe-, Deutsch-, Sachkunde- und Portugiesischlehrerin für ihren Sohn Julian, 7. Zumindest theoretisch. Praktisch sieht es anders aus: Die zahlreichen Hausaufgaben, die sie seit der Schließung der bilingualen Grundschule geschickt bekommen, sind für die berufstätige Mutter und den Zweitklässler kaum noch zu bewältigen.

Moutinho arbeitet in Vollzeit, und sie hat es als eine von rund 1,5 Mil­lio­nen Alleinerziehenden mit der Doppelbelastung durch Homeoffice und Homeschooling besonders schwer. Trotzdem hatten Menschen wie sie nach dem Lockdown zunächst keinen Anspruch auf Notbetreuung.

Das hat sich seit dem 27. April zwar geändert, doch für Moutinho bleibt erst mal alles beim Alten. „Mich hat niemand informiert, und ich hatte auch keine Zeit, mich zu erkundigen“, sagt sie am Dienstag dieser Woche im Gespräch via Facetime.

Als Asthmatikerin gehört sie zur Risikogruppe. „Ich würde mir deshalb gut überlegen, ob ich ein solches Angebot annehmen würde“, sagt sie. Sie ist hin- und hergerissen. Die Angst vor Ansteckung hier, die Angst vor Überlastung da. Wenn Julian doch wenigstens tageweise zur Schule gehen könnte!

„Jetzt wird gearbeitet!“

Alice Moutinho ist einverstanden, sich einen Tag per Livestream begleiten zu lassen. Um 9.15 Uhr sitzt sie in einer dicken Strickjacke am Esstisch. Heute ist ein Ausnahmetag: Wegen des zurückliegenden Feiertags hat sie noch mehr Videokonferenzen als sonst. Und ihr Sohn ist noch nicht vom gemeinsamen Wochenende mit dem Ex-Mann zurück. „Die beiden kommen vermutlich etwas später.“

Moutinho klingt erstaunlich gelassen dafür, dass in wenigen Minuten ihre erste Videokonferenz startet und sich Julians Schulbeginn von Minute zu Minute verzögert. Im Mail-Postfach entdeckt sie die Hausaufgaben der neuen Woche – und seufzt. „Das ist wieder Stoff für sechs Stunden am Tag. Ich komme nicht mehr hinterher.“

Das hat sie so auch schon Julians Klassenlehrer mitgeteilt. „Gehen Sie nur die wichtigsten Sachen mit ihm durch“, hat der ihr gesagt. Denn schnell war ein kleiner Machtkampf zwischen Mutter und Sohn entbrannt, der wie in vielen anderen Familien gerade jeden Tag aufs Neue ausgefochten werden muss.

Dann streiten die beiden darüber, wann und wie gelernt wird. Sie: „Jetzt wird gearbeitet!“ Er: „Ich will nur noch schnell weiterspielen, weitergucken …“ Und wenn er damit fertig ist, zieht er sein Piratenkostüm an oder handelt Belohnungen aus.

Die Grenzen verschwimmen längst. Inzwischen werden auch Feiertage und Wochenenden dem Lernen geopfert, und wenn es gar nicht anders geht, nimmt Moutinho sich den Nachmittag frei. Sie will nicht, dass ihr Sohn später schulisch abgehängt ist.

Erstes Onlinemeeting

Bis zur Coronakrise bekam Moutinho Kind und Karriere gut unter einen Hut. Ursprünglich kommt sie aus Lissabon. Ihr Beruf nennt sich offiziell „Senior UX-Designerin“, sie beschäftigt sich mit der Interaktion von Menschen und Computern. Nur der Einstieg in die Tech-Branche war für die junge Mutter nicht leicht. Erst als sie die Babypause im Lebenslauf verschwieg, lud man sie zum Bewerbungsgespräch ein, sagt sie. Heute aber arbeitet sie in einem familienfreundlichen Unternehmen. Ihre Vorgesetzte zeige viel Verständnis für ihre Situation.

9.20 Uhr. Das erste Onlinemeeting des Tages. Die Konferenzsprache ist Englisch. Auf den Bildschirmkacheln sind vor allem Männer zu sehen, hier ein kleines Mädchen auf einem Schoß, dort ein kleiner Junge, der schüchtern über eine Schulter linst.

Julian ist immer noch nicht da. Nur sein kleiner Schreibtisch voller Gerümpel taucht im Bild auf, als Moutinho einen Kameraschwenk durch das geräumige Zimmer ihrer Zweiraumwohnung in Berlin-Mitte macht. 40 Quadratmeter, die seit dem Shutdown aber nicht nur zum Essen, Wohnen und Schlafen reichen müssen, sondern zusätzlich ihr Büro und Julians Klassenraum geworden sind. Dabei hat ihr Sohn im Gegensatz zu ihr eigentlich sein eigenes Reich, doch er will natürlich im selben Raum wie seine Mama arbeiten. „Gleichzeitig ist es für ihn schwer zu verstehen, dass ich arbeite. Aus seiner Sicht quatsche ich ja bloß ständig mit anderen Leuten.“

11 Uhr. Es ist so weit. Julian kommt die Stufen des Treppenhauses hochgeschossen. Die Mutter lehnt im Türrahmen, stößt einen kleinen Freudenschrei aus. Ihr Sohn wirft sich mit voller Wucht in ihre Arme. Sie drückt und küsst ihn. „Was hast du da?“, fragt sie. „Ein Piratenschwert“, sagt er und fuchtelt stolz damit herum.

„Anton“ ist nicht so attraktiv wie „Minecraft“

„Hände waschen nicht vergessen“, sagt sie – und dann: „Hast du mit Papa Schulaufgaben gemacht?“ – „Nein, da haben wir gar nicht dran gedacht“. – „Okay, dann müssen wir einiges nachholen …“ – „Kann ich erst noch eine Runde ‚Minecraft‘ spielen?“ Die Mutter gibt nach. „Aber danach machst du eine Stunde ‚Anton‘.“ So heißt die E-Learning-App, die Julians Klassenlehrer vorgeschlagen hat, um das digitale Lernen abwechslungsreicher zu gestalten. Doch selbst die interaktivste Lernplattform ist uninteressant, wenn man ebenso gut zu einem virtuellen Abenteuer in die Lego-Welt des Computerspiels aufbrechen kann.

12.15 Uhr. Jetzt wäre eigentlich Mittagspause. Heute fällt der Spaziergang aber aus. Stattdessen brät Moutinho ein schnelles Spiegelei, Julian macht ein bisschen Mathe.

Dieser Text stammt aus der taz am wochenende. Immer ab Samstag am Kiosk, im eKiosk oder gleich im praktischen Wochenendabo. Und bei Facebook und Twitter.

13.30 Uhr. Das nächste Meeting. Julian guckt „Peter Pan“. Zuvor haben sie sich ein kleines Wortgefecht geliefert, doch Julian hat sich durchgesetzt. Jetzt kommt er und legt seiner Mama die Hand auf den Mund. Sie soll nicht mehr weiterreden, sondern sich mit ihm beschäftigen. Moutinho wäre in diesem Moment froh, in Portugal zu sein: „Dort werden die Kinder gerade auch über das Fernsehen unterrichtet“, sagt sie. Das finde sie super. So würden auch die Kinder erreicht, die keinen Laptop hätten.

Einer Freundin habe sie ihren dritten Laptop schon leihen müssen, damit die den digitalen Hausunterricht von zwei Kindern und ihren eigenen Job bewältigen könne. Mit ihrer technischen Ausstattung habe sie es schon gut, sagt Moutinho, obwohl sie mehrere Wochen auf den extra für das Homeschooling bestellten Drucker warten musste. Sie müsse überhaupt dankbar und zufrieden sein, findet sie. Immerhin hat sie noch einen Job. Und krank geworden ist sie auch nicht.

Privatunterricht via Zoom

14.25 Uhr. Julian sitzt freudestrahlend beim Businessmeeting auf Mamas Schoß. Eine Stunde später schiebt sie vor dem nächsten Meeting noch schnell ein bisschen Mathe ein. Julian zappelt vor der langweiligen Grafik der Lern-App herum. „14 minus 6 ist doch superleicht!“, ruft er. Er kaut laut auf einem Kaugummi. Die Kaugummis wären eigentlich seine Belohnung gewesen, aber er hat sie vorher gekriegt. „Komm schon, Julian!“, feuert Moutinho ihn an.

Er würde gern klettern gehen, Fußball spielen oder einfach nur so mit anderen Kindern zusammen sein, sagt er. „Ich vermisse meine Freunde – und meine Lehrer.“ Er sieht ein bisschen verzweifelt aus. Seine Mutter sagt, den Lehrern fehle es an Kreativität. „Es würde ja schon helfen, wenn sie ein kleines Video schicken – damit die Schüler wissen, dass es ihre Schule noch gibt.“ Moutinho hat nun selbst für angemessenen Schulersatz gesorgt. Zusammen mit anderen Eltern organisiert sie einen Privatunterricht via Zoom. Auf eigene Kosten.

17 Uhr. Immerhin, Mathe ist geschafft. Die anderen Aufgaben fallen hinten runter. Jetzt geht es schnell raus in den Innenhof, Kräuter gießen. Dann noch eine Pizza. Und um 21 Uhr ins Bett.

Ob sie wenigstens, wenn Julian schläft, Zeit für sich hat? Auf diese Frage antwortet Alice Moutinho nicht. Stattdessen lacht sie lange und herzlich.

Danach schläft sie beim Vorlesen der Gutenachtgeschichte im Bett ihres Sohnes ein.

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■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

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