Aktuelle Nachrichten in der Coronakrise: Weiter viele Tote in den USA

Larry King ist mit Corona gestorben. In den USA fordert die Pandemie derzeit mehr als 3.000 Menschenleben täglich. Und in Brandenburg gilt verschärfte Maskenpflicht.

Joe Biden (l), Präsident der USA, und seine Frau Jill Biden legen während einer online Gebetsveranstaltung im Zuge seiner Amtseinführung im State Dinning Room des Weißen Hauses ihre Hand aufs Herz.

Hat mit der Coronakrise eine große Aufgabe zu Beginn seiner Amtszeit: US-Präsident Joe Biden Foto: Alex Brandon/dpa

Verschärfte Maskenpflicht in Brandenburg

In Brandenburg gilt seit Samstag eine verschärfte Maskenpflicht – in den Geschäften scheinen sich die Menschen daran auch zu halten. „Wir haben bislang keine Beschwerden“, sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer beim Handelsverband Berlin-Brandenburg, am Samstagnachmittag.

Im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und Büros müssen seit Samstag OP-Masken, FFP2-Masken und solche mit der Bezeichnung N95, P2, DS2 oder KN95 getragen werden. Masken mit Ausatemventil sind laut Gesundheitsministerium unzulässig. Alltagsmasken aus Stoff reichen nicht mehr aus.

In Potsdam haben Mitarbeitende des Ordnungsamtes nach Angaben der Stadt die Einhaltung der verschärften Maskenpflicht kontrolliert. Erst einmal gehe es darum, die Menschen zu informieren, sagte Sprecher Jan Brunzlow. Es gebe keine Schwerpunktkontrollen mit der Polizei. Anfang nächster Woche soll Bilanz gezogen werden. (dpa)

18.678 Neuinfektionen in Deutschland

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 16.417 Coronaneuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 879 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Samstagmorgen bekanntgab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 18.678 Neuinfektionen und 980 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1.244 neuen Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden – darin waren jedoch 3.500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bei 112,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Zahl schwankte danach und sinkt seit einigen Tagen wieder. (dpa)

Sachsen verschärft Einreisen

Nach Einstufung Tschechiens als Coronahochrisikogebiet hat Sachsen für Grenzpendler Ausnahmen von der verschärften Testpflicht verfügt. Laut einer am Samstag in Kraft getretenen Allgemeinverfügung müssen sich Menschen, die zur Arbeit nach Sachsen einreisen, wöchentlich nur zweimal auf das Coronavirus testen lassen. Der Test ist auch erst nach der Einreise möglich, muss aber vor Arbeitsbeginn erfolgen. Für die Ausnahme müssen Betroffene bei der Einreise einen gültigen Arbeitsvertrag vorweisen können.

Begründet wurde der Schritt damit, dass viele Menschen aus Tschechien in Sachsen arbeiten – laut Staatskanzlei mehr als 10 000. Damit soll die „Funktionsfähigkeit“ der Betriebe in der Grenzregion sichergestellt werden. Für Grenzpendler aus Polen ändert sich nichts – das Land gilt nicht als Hochinzidenzland.

„Hochinzidenzgebiete“ sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als in Deutschland. Der Grenzwert ist in der Regel eine Inzidenz von 200. Darunter fallen neben Tschechien unter anderem Spanien, Portugal, Ägypten, Israel und die USA. Für Einreisende aus diesen Ländern gilt ab Sonntag eine strengere Testpflicht. (dpa)

Weiter viele Coronatodesfälle in den USA

In den USA sind 3.655 Todesfälle binnen eines Tages im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Diese Zahl für Freitag meldete die Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore am Samstagmorgen (MEZ) auf ihrer Internetseite. Der bisherige Höchstwert an Coronatoten war am 12. Januar mit 4.462 verzeichnet worden. Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden erreichte am Freitag 186.891. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 298.031 neuen Fällen verzeichnet.

In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang rund 24,8 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 414.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Der neue US-Präsident Joe Biden hat die Amerikaner darauf eingestimmt, dass die Coronalage im Land erst einmal schlechter wird. Die Pandemie einzudämmen ist eines der Hauptanliegen Bidens, der am Mittwoch vereidigt worden war. Bereits in den ersten Stunden im Amt hatte er eine Maskenpflicht unter anderem in Regierungsgebäuden angeordnet.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen werden die Zahlen – unter anderem die der Neuinfektionen binnen 24 Stunden, aber auch die der Toten – nachträglich aktualisiert. (dpa)

US-Moderator Larry King mit Corona gestorben

Der berühmte US-Talkshow-Moderator Larry King ist tot. Er starb im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus Los Angeles, wie das von ihm gegründete Medienunternehmen Ora Media am Samstag mitteilte. Medienberichten zufolge war King an einer Coronavirus-Infektion erkrankt.

King interviewte im Lauf seiner 63 Jahre langen Karriere tausende Politiker*innen, darunter US-Präsidenten und andere Staatsoberhäupter, sowie andere Prominente aus aller Welt im Fernsehen, für das Radio und für Online-Medien. Besonders seine Sendung „Larry King Live“ auf CNN erreichte von 1985 bis zu ihrer Einstellung im Jahr 2010 regelmäßig ein Millionenpublikum. (rtr)

Mehr als 200 Neuinfektionen in China

In China, wo das Coronavirus Ende 2019 erstmals aufgetreten war, sind mehr als 200 neue Corona-Infektionsfälle entdeckt worden. 69 der insgesamt 206 Neuinfektionen gab es in den nordöstlichen Provinzen Heilongjiang und Jilin, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Betroffen waren demnach zudem auch die Provinz Hebei mit 15 Fällen. Aus der Hauptstadt Peking und der Millionenmetropole Shanghai wurden je drei Fälle gemeldet. 107 der Infizierten zeigten Symptome, wobei in 17 Fällen das Virus aus dem Ausland nach China gebracht worden sei, wie es weiter hieß.

Diese neuen Fällen fallen zeitlich mit dem Beginn eines 76 Tage dauernden Lockdowns der Millionenstadt Wuhan in der Provinz Hubei vor einem Jahr zusammen. Dort war das Virus im Dezember 2019 erstmals aufgetreten. Mit strikten Maßnahmen ging das bevölkerungsreichste Land gegen das Coronavirus vor. Dazu zählten Ausgangssperren für Millionen, Zwangsquarantäne, Massentests und strikte Einreisebeschränkungen. Seit dem Sommer konnte das Virus damit weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Das Leben und die Wirtschaftstätigkeit hat sich insgesamt wieder normalisiert.

In Hongkong riegelten die Behörden allerdings am Samstag aus Angst vor einer sprunghaften Verbreitung des Coronavirus einen besonders dicht besiedelten Stadtteil ab. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Einwanderungsbehörden waren dort seit dem Morgen beschäftigt, die rund 10 000 Bewohner des Jordan-Viertels nach und nach alle auf den Erreger zu testen. Grund für die Abschottung ist die jüngste Häufung von Corona-Infektionen in dem Stadtteil. Von den 55 am Freitag in ganz Hongkong gemeldeten Neuansteckungen machten sie fast die Hälfte aus. (dpa)

Großbritannien meldet einen Tagesrekord von 478.248 Impfungen. Der Regierung zufolge haben damit insgesamt fast 5,9 Millionen Briten die erste von zwei benötigten Dosen erhalten. In Großbritannien leben knapp 67 Millionen Menschen. (rtr)

Experten verwundert über Johnsons Aussage zu Sterblichkeit

Britische Experten haben sich verwundert gezeigt über die Aussagen von Premierminister Boris Johnson zu einer womöglich höheren Sterblichkeit bei der in Großbritannien nachgewiesenen Virus-Variante. Derzeit liefen mehrere Untersuchungen. Es sei „nicht vollständig klar“, dass die Mutante tödlicher sei, sagte die medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde Public Health England, Yvonne Doyle, am Samstag dem Sender BBC Radio 4. „Es ist zu früh, das zu sagen.“ Es gebe zwar Hinweise. Aber: „Es handelt sich nur um eine kleine Zahl von Fällen, und es ist viel zu früh, um zu sagen, was tatsächlich herauskommen wird“, sagte Doyle.

Der Wissenschaftler Mike Tildesley, Mitglied des Expertengremiums Sage, sagte der BBC, es sei zu früh für klare Aussagen. „Ich würde gerne noch ein oder zwei Wochen warten und ein bisschen analysieren, bevor wir wirklich starke Schlussfolgerungen ziehen.“ Die Zahl der Todesfälle sei zwar leicht gestiegen, von 10 auf 13 je 1000 Patienten. „Aber das basiert auf einer ziemlich kleinen Datenmenge“, sagte Tildesley. Er sei sehr überrascht gewesen, dass Johnson die Information auf einer Pressekonferenz verkündet habe. „Ich mache mir Sorgen, dass wir Dinge voreilig melden, wenn die Daten noch nicht wirklich besonders aussagekräftig sind“, sagte Tildesley.

Regierungschef Johnson hatte am Vorabend gesagt, es gebe „einige Hinweise“, dass die Variante tödlicher ist als die bislang vorherrschende. Dafür gebe es „einige Hinweise“ sagte der britische Premierminister Boris Johnson am Freitag in einer Pressekonferenz in London. Die Mutation B.1.1.7 war Ende vergangenen Jahres in der südostenglischen Grafschaft Kent aufgetaucht und hatte sich rasch in London und Teilen des Landes ausgebreitet.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile – etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Die in Großbritannien aufgetretene Variante ist nach Ansicht britischer Experten 30 bis 70 Prozent leichter übertragbar als die bislang vorherrschende. (dpa)

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