13-jähriger Hamburger legt HipHop auf: „Eigentlich mögen Mama und Papa die Musik ja auch“
DJ.Cool ist Hamburgs wohl jüngster DJ und legt Oldschool HipHop auf. Wenn man auf Vinyls setzt, sagt er, muss man sich mehr mit der Musik beschäftigen
Foto: Will Durrant/PA Wire/dpa
taz: DJ.Cool, wie war es für dich, als du das erste Mal, mit zwölf Jahren, in einer Bar vor anderen Menschen aufgelegt hast?
Dj.Cool: Oh, also, da war ich sehr aufgeregt. Jetzt bin ich es mehr gewöhnt, und ich freu mich voll, dass ich in der Pony Bar auflegen kann.
taz: Und wie ist das für dich, als Kind für Erwachsene Musik aufzulegen?
DJ.Cool: Gut, also ist okay.
taz: Wie reagieren die Menschen auf dich, wenn du auflegst?
DJ.Cool: Viele fragen, wie alt ich bin. Dann sag ich halt, dass ich 13 bin, und viele sagen dann „Wow“, finden das cool und sind überrascht. Aber die nehmen mich auch ernst.
taz: Und wie ist es für dich, in einer Bar aufzulegen, in die du mit deinen 13 Jahren als normaler Gast nicht reinkommen würdest?
DJ.Cool: In der Pony Bar etwa gibt es keine eingefleischte Community, die Leute sind ja auch alle unterschiedlich alt. Viele junge Leute sind da, und Oma und Opa ziehen dann manchmal den Altersdurchschnitt in die Höhe. Und die Leute rauchen auch nicht.
taz: Du legst nur mit Vinyls auf und nicht mit einem Computer. Warum?
Dj.Cool: Wenn man mit Vinyls auflegt, muss man sich viel mehr mit der Musik beschäftigen. Man kauft eine Platte, man guckt sich die Platte genau an, manchmal hat man auch ein Aufklappcover, und dann sind auch Bilder dabei. Und wenn man sich eine Platte kauft, muss man sich ein Album auch einmal komplett durchhören. Mindestens. Das finde ich viel besser.
taz: Nervt es deine Eltern eigentlich, wenn du zu Hause die Musik laut aufdrehst?
DJ.Cool: Also eigentlich mögen Mama und Papa die Musik ja auch. Aber wenn es manchmal zu laut ist, dann kommt Mama in mein Zimmer und sagt auch: „Mach mal bisschen leiser.“
taz: Wie alt warst du, als du dein erstes Mixtape aufgenommen hast, und wie bist du dazu gekommen?
DJ.Cool: In meinem Kinderzimmer hatte ich einen Plattenspieler, mein Papa hatte auch einen, und ein Mischpult stand bei Oma. Wir haben dann bei mir alles zusammengestellt, und ich habe angefangen, mit meinen ersten Platten aufzulegen. Zum Geburtstag habe ich Gutscheine für einen Plattenladen bekommen und dann auch mein erstes Tape aufgenommen. Da war ich 11 Jahre alt. Und die Cover für meine Tapes zeichne ich immer komplett selber.
DJ.Cool legt am Freitag, den 15. Mai 2026, in der Pony Bar am Allende-Platz in Hamburg auf, 21 Uhr, Eintritt ist kostenlos.
taz: Und hast du dir das alles selber beigebracht?
DJ.Cool: Papa hat mir schon am Anfang gezeigt, auf welche Knöpfe ich drücken muss. Aber dann habe ich alles selber gemacht.
taz: Dann ist dir Musik wichtig.
DJ.Cool: Ja, das bedeutet mir viel. Musik mochte ich schon, als ich klein war.
taz: HipHop magst du am liebsten?
DJ.Cool: Meine Plattensammlung besteht hauptsächlich aus HipHop. Aber Oldschool HipHop! Obwohl, der erste Künstler, den ich richtig doll mochte, als ich klein war, war Micheal Jackson. Dann bin ich aber ein bisschen zum HipHop gekommen.
taz: Warum Oldschool HipHop?
DJ.Cool: Ich bin über Mama und Papa dazu gekommen. Mama liebt Musik, und Papa hat immer viele Platten gehabt. NAS (US-Amerikanischer Rapper, Anm. d. Red.) finden wir zum Beispiel beide cool. Es lief zu Hause immer viel HipHop aus den 90ern.
taz: Hast du einen Lieblingssong? Oder ein Lieblingsalbum?
DJ.Cool: Ich könnte mich nie auf einen Song festlegen. Aber meine Top-drei-Alben sind „Illmatic“ von NAS, „wu tang – enter the wu tang (36 chambers)“ und „Ready to Die“ von The Notorious B.I.G.
taz: Und mit Musik verbringst du deine ganze Freizeit?
DJ.Cool: Ich spiele auch Basketball, dann habe ich noch Gitarrenunterricht, und Graffiti und Zeichnen mache ich richtig gern. Hauptsächlich zeichne ich Graffiti und Cartoon.
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