piwik no script img

... den Sündern die Motivation

Ein 44 Jahre alter Portugiese pilgert gegen Bezahlung nach Fatima oder über den Jakobsweg nach Santiago de Compostela - ein Segen für alle Kranken und Unabkömmlichen.

Ein Portugiese hat eine Tradiotion aus dem Mittelalter wiederbelebt: andere für sich auf Wallfahrt schicken. Ab 2.500 Euro können sich Unabkömmliche, Gebrechliche, Kranke oder Alte den Auftragspilger mieten. Selbstverständlich nimmt er auch Gelübde mit auf den Weg oder dankt für erhörte Gebete.

Als Beweis für die zurückgelegte Strecke lässt er sich in jeder Station in sein Wallfahrerheft stempeln.

Alles andere als mittelalterlich ist allerdings sein Vertrieb: Möchtegern-Wallfahrer können ihn auf seiner dreisprachigen Internetseite buchen. Und bezahlt wird in Bar, per Überweisung oder mit Kreditkarte. Dank des Pilgergeschäftes ist der Portugiese sogar schon bis zu den Inka-Tempeln in den peruanischen Anden gereist.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

0 Kommentare