+++ Nachrichten im Irankrieg +++: Dieselpreis auf Allzeithoch
In Deutschland ist Diesel so teuer wie nie zuvor. Iran droht USA und Israel mit „vernichtenden“ Angriffen. Die Hisbollah feuert Raketen auf Israel ab.
Dieselpreis auf Allzeithoch
dpa | Der Dieselpreis ist in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter am Mittwoch 2,327 Euro und übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Die Zahl ist nicht inflationsbereinigt.
Iran: Wiederaufbau von Stahlwerk dauert bis zu einem Jahr
rtr | Der Wiederaufbau des iranischen Stahlwerks Chusestan wird nach einem Luftangriff in der vergangenen Woche bis zu einem Jahr dauern. Frühestens könne die Anlage in sechs Monaten den Betrieb wieder aufnehmen, erklärt ein Vertreter der Werksführung laut einem Nachrichtenorgan der iranischen Justiz. Alle Module und Stahlöfen seien beschädigt worden. Der Wiederaufbau solle mit heimischen Mitteln erfolgen. Das Werk war nach iranischen Angaben im Zuge der israelischen und amerikanischen Luftangriffe getroffen worden.
China fordert sofortiges Ende der Angriffe
afp | China hat nach den neuen Angriffsankündigungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen gefordert. „Militärische Mittel können das Problem nicht grundlegend lösen und die Eskalation von Konflikten widerspricht den Interessen beider Seiten“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Peking am Donnerstag. Sie rief die Konfliktparteien auf, „ihre Militäreinsätze sofort einzustellen“.
Die Ministeriumssprecherin machte die USA und Israel für die Blockade der Straße von Hormus verantwortlich. „Die Grundursache für die Beeinträchtigung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus sind die illegalen Militäreinsätze der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran“, sagte sie. Nur eine Waffenruhe könne die Sicherheit der internationalen Schifffahrt wieder herstellen.
Iran: US-Angriffe erreichen geheime Waffenlager nicht
ap | Das iranische Militär verfügt nach eigenen Angaben über geheime Waffen- und Munitionslager. Militärsprecher Ebrahim Zolfaghari sagte am Donnerstag, die bisher von den USA und Israel angegriffenen Ziele seien unbedeutend, weil die strategische Militärproduktion an anderen Orten stattfinde. Von diesen wüssten die Angreifer nichts und könnten sie niemals erreichen. Der Militärsprecher reagierte mit seinen Äußerungen auf eine Rede von US-Präsident Donald Trump.
Russland verhängt Exportstopp für Benzin
rtr | Russland hat einen bis Ende Juli befristeten Exportstopp für Benzin verhängt. Dies teilte die Regierung in Moskau am Donnerstag mit. Mit der Maßnahme solle der heimische Markt stabilisiert werden, da die Nachfrage während der landwirtschaftlichen Aussaat saisonal hoch sei. Zudem verwies die Regierung auf die gestiegenen weltweiten Ölpreise.
Russland hatte in der Vergangenheit wiederholt die Ausfuhr von Benzin und Diesel eingeschränkt, um steigende Preise und Engpässe im Inland einzudämmen. Im vergangenen Jahr war es in mehreren Regionen sowie in den von Russland kontrollierten Teilen der Ukraine zu einer Treibstoffknappheit gekommen. Hintergrund waren ukrainische Angriffe auf russische Ölraffinerien sowie eine saisonal hohe Nachfrage.
Das Verbot gilt nicht für Länder, mit denen Russland Regierungsabkommen über Treibstofflieferungen hat, wie die Mongolei. Branchenkreisen zufolge exportierte das Land im vergangenen Jahr knapp fünf Millionen Tonnen Benzin.
Schweizer Inflation auf Jahreshoch
Die Inflation in der Schweiz ist im März auf den höchsten Stand seit einem Jahr gestiegen. Angetrieben wurde die Teuerung durch höhere Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs, wie aus Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) vom Donnerstag hervorgeht. Die Verbraucherpreise stiegen gegenüber dem Vorjahresmonat um 0,3 Prozent. Das ist der höchste Wert seit März 2025, liegt jedoch unter den Erwartungen von Ökonomen, die in einer Reuters-Umfrage ein Plus von 0,5 Prozent prognostiziert hatten. Im Februar hatte die Teuerungsrate noch bei 0,1 Prozent gelegen.
Maßgeblich für den jüngsten Anstieg waren Erdölprodukte, die sich binnen Jahresfrist um 5,3 Prozent verteuerten. Zudem zogen die Preise für Flugtickets und Pauschalreisen an, wie die Statistiker weiter mitteilten. Günstiger wurden für Verbraucher hingegen Übernachtungen in der Hotellerie und Parahotellerie ebenso wie Automieten und Carsharing. Zudem zeigte sich eine unterschiedliche Preisentwicklung je nach Herkunft der Waren: Während sich im Inland hergestellte Güter seit letztem Jahr um 0,5 Prozent verteuerten, verbilligten sich Importgüter um 0,3 Prozent.
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) lehnte eine Stellungnahme zu den Daten ab. Die Jahresteuerung in der Schweiz blieb deutlich unter der für die Euro-Zone erwarteten Rate von 2,5 Prozent. Experten gehen daher nicht davon aus, dass die SNB die Zinsen im Kampf gegen die Preissteigerungen unmittelbar anheben wird. An den Finanzmärkten wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbank den Leitzins auf ihrer nächsten Sitzung im Juni von derzeit null Prozent anhebt, aktuell auf 21 Prozent beziffert.
US-Botschaft in Bagdad warnt vor Angriffen pro-iranischer Milizen
afp | Die US-Botschaft in Bagdad hat vor Angriffen pro-iranischer Gruppen im Irak in den kommenden Tagen gewarnt. „Mit dem Iran verbündete irakische Terrormilizen könnten in den nächsten 24 bis 48 Stunden im Zentrum Bagdads Attacken verüben“, erklärte die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt am Donnerstag im Onlinedienst X. Sie rief US-Bürger auf, das Land sofort zu verlassen.
Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit ihren Angriffen auf den Iran begonnen. Der Iran reagierte mit Attacken auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Raketen und Drohnen fliegen seitdem immer wieder über den Irak hinweg oder treffen auch Ziele in dem Land. Der Irak, der lange Schauplatz eines Stellvertreterkriegs zwischen den USA und dem Iran war, hatte erklärt, dass er nicht in den US-israelischen Krieg gegen den Iran hineingezogen werden wolle.
Iran kündigt „vernichtende Reaktion“ an
afp | Das iranische Militär hat nach neuen Angriffsankündigungen von US-Präsident Donald Trump gegen die Islamische Republik eine „vernichtende“ Reaktion angedroht. „Rechnet mit unseren noch vernichtenderen, umfassenderen und zerstörerischeren Maßnahmen“, erklärte das zentrale Einsatzkommando des iranischen Militärs, Chatam al-Anbija, am Donnerstag an die USA und Israel gerichtet. „Im Vertrauen auf den allmächtigen Gott wird dieser Krieg so lange andauern, bis ihr gedemütigt, entehrt, von dauerhaftem und sicherem Bedauern erfüllt seid und euch ergebt.“
Trump hatte zuvor ein baldiges Erreichen der US-Ziele in Iran in Aussicht gestellt – und zugleich weitere Angriffe angekündigt. „Wir werden sie in die Steinzeit zurückversetzen“, sagte er am Mittwoch n einer Ansprache an die Nation und drohte erneut mit Angriffen auf iranische Energieanlagen. Die US-Armee werde Iran „in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen“.
Neue Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Israels Norden
afp | Die von Iran unterstützte Hisbollah im Libanon hat nach eigenen Angaben neue Raketen und Drohnen auf den Norden Israels abgefeuert. Sie habe israelische Soldaten im Grenzgebiet mit Raketen angegriffen, teilte die proiranische Miliz am Donnerstag mit. Zudem habe sie eine israelische Ortschaft mit Drohnen attackiert, hieß es in einer separaten Hisbollah-Erklärung.
Nach Angaben des israelischen Heimatfrontkommandos wurde im Norden Israels Luftalarm ausgelöst. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor.
Die Hisbollah ist Teil der von Iran angeführten „Achse des Widerstands“ an, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist. Außer der Miliz im Libanon gehören dazu proiranische Milizen im Irak, die Huthis im Jemen und die Hamas im Gazastreifen, die mit ihrem Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den Gazakrieg ausgelöst hatte.
Trump sieht US-Ziele im Irankrieg fast erreicht
afp | In seiner mit Spannung erwarteten Ansprache an die Nation hat US-Präsident Donald Trump ein baldiges Erreichen der US-Ziele in Iran in Aussicht gestellt – und zugleich weitere Angriffe angekündigt. Die „zentralen strategischen Ziele“ der USA stünden „kurz vor der Vollendung“, sagte Trump am Mittwochabend. Zugleich kündigte er an, die US-Armee werde Iran „in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen“. Die Ölpreise schnellten nach Trumps Rede wieder in die Höhe. Israel meldete unterdessen vier massive Angriffswellen aus Iran.
Nato-Generalsekretär will nach Washington reisen
ap | Nato-Generalsekretär Mark Rutte wird voraussichtlich nächste Woche für Gespräche mit US-Präsident Donald Trump nach Washington reisen. Das bestätigte ein Vertreter des Weißen Hauses der AP am Mittwoch (Ortszeit). Trump und Rutte pflegen ein gutes Verhältnis, doch der Präsident zeigte sich zuletzt zunehmend verärgert über die Bündnispartner, insbesondere über Großbritannien und Frankreich. Die Dynamik sorgt für Besorgnis über die Zukunft der Allianz, deren Wert Trump schon lange infrage stellt.
Trump hatte zuletzt seinen Unmut darüber geäußert, dass die Mitglieder des Militärbündnisses seinem Aufruf, die Straße von Hormus zu sichern, nicht nachkommen. Er sagte, er ziehe einen Austritt aus dem Militärbündnis „ernsthaft in Betracht“.
Bei einem privaten Mittagessen im Weißen Haus vor seiner Rede zur Lage im Irankrieg bezeichnete Trump die Nato am Mittwoch als „schlechte Verbündete“ und „Papiertiger“. „Die Nato hat uns sehr schlecht behandelt, und man muss sich daran erinnern, denn sie werden uns wieder schlecht behandeln, falls wir sie jemals brauchen“, schimpfte Trump erneut über das Bündnis. „Und hoffentlich werden wir sie nie brauchen. Ich glaube nicht, dass wir sie brauchen. Ich glaube nicht, dass sie viel ausrichten können.“ Trump sagte, er sei sich sicher: „Die Nato wird nicht da sein, wenn wir den großen Einsatz brauchen.“
UN-Sicherheitsrat verurteilt tödliche Vorfälle im Südlibanon
kna | Der UN-Sicherheitsrat hat die Vorfälle verurteilt, die zum Tod von drei Blauhelm-Soldaten im Südlibanon geführt haben. Ohne die Beteiligten im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz beim Namen zu nennen, verlangte das Gremium in einer am Mittwochabend in New York veröffentlichten Erklärung, die Sicherheit des Personals zur Friedenssicherung zu gewährleisten. Auch stellte sich der Sicherheitsrat hinter die „Souveränität, Unabhängigkeit, territoriale Integrität und Einheit des Libanon“.
Einer der indonesischen Soldaten war am Sonntag getötet worden, als ein Geschoss nahe einer Stellung der UN-Friedenstruppe detonierte. Zwei weitere starben am Montag in einem Konvoi bei der Explosion einer Bombe am Straßenrand. Bereits Dienstag hatten einzelne Mitglieder des Sicherheitsrats die Angriffe missbilligt. Dem Organ gehören als ständige Mitglieder neben Frankreich, Russland, Großbritannien und China auch die Vereinigten Staaten an.
In seiner Erklärung forderte der Sicherheitsrat weiter eine Untersuchung der tödlichen Zwischenfälle. Auch riefen sie die Parteien zur Einhaltung der Resolution 1701 auf. Diese sieht vor, dass das Gebiet südlich des Litani-Flusses ausschließlich von Truppen der UN-Friedensmission Unifil und der libanesischen Armee kontrolliert wird. Israel will diese Zone wegen fortgesetzter Angriffe der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz militärisch besetzen.
Israel: Iranischer Raketenangriff auf Norden des Landes
ap | Weniger als eine halbe Stunde nach der Rede von US-Präsident Donald Trump zum Irankrieg hat Israel einen iranischen Raketenangriff auf den Norden des Landes gemeldet. Das Militär arbeitet eigenen Angaben zufolge daran, einen Raketenstart aus Iran abzufangen – den dritten Angriff am Donnerstag. Sirenen ertönten im Norden Israels, von der Stadt Haifa an der Mittelmeerküste bis zum See Genezareth.
Bei einem ersten iranischen Angriff im Zentrum des Landes wurden am Donnerstag nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom ein zwölfjähriger Junge und zwei sieben Monate alte Säuglinge durch umherfliegendes Glas leicht verletzt. Bei demselben Angriff in Bnei Brak, einer Stadt östlich von Tel Aviv, wurde den Angaben zufolge auch ein 24-Jähriger verletzt.
Trump: Raketenangriffe, falls sich Iran dem Uran nähern sollte
dpa | US-Präsident Donald Trump hat die Bedeutung des wohl in Iran verschütteten hochangereicherten Urans heruntergespielt. Irans Atomanlagen seien bei den Luftangriffen im Juni vergangenen Jahres so hart getroffen worden, dass es Monate dauern würde, auch nur in die Nähe des Urans zu gelangen, sagte er. Man beobachte dies mithilfe von Satelliten intensiv. Wenn man auch nur die geringste Bewegung der Iraner bemerke, würden sie „sehr hart“ mit Raketen getroffen werden, sagte Trump im Weißen Haus in einer Rede an die Nation. Die USA hielten alle Karten in der Hand, die Iraner hätten keine Handlungsmöglichkeiten, sagte er.
Das hochangereicherte Uran, das sich sehr tief unter Irans Atomanlagen befinden soll, nannte Trump dabei nicht direkt. Stattdessen sprach er von „nuklearem Staub“ – einen Begriff, den er bereits zuvor für Irans Uranvorrat genutzt hatte.
Seit Tagen gibt es Berichte über eine mögliche Bodenoffensive des US-Militärs in Iran. Das Wall Street Journal etwa hatte jüngst unter Berufung auf US-Beamte berichtet, Trump prüfe zurzeit, wie gefährlich ein Militäreinsatz zur Bergung des Urans für die dafür nötigen Bodentruppen wäre.
Trump kündigt Endphase des Irankriegs an
rtr | US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Ende des seit fünf Wochen dauernden Kriegs gegen Iran angekündigt. Die strategischen Ziele der USA seien fast erreicht, sagte Trump am Donnerstag. „Wir werden die Aufgabe beenden, und wir werden sie sehr schnell beenden. Wir kommen dem sehr nahe“, erklärte der Präsident. Gleichzeitig kündigte er für die kommenden zwei bis drei Wochen „extrem harte“ Angriffe an.
Trump ging auch auf die wachsenden Sorgen in der US-Bevölkerung ein. Die meisten Amerikaner lehnen Umfragen zufolge den Konflikt ab, Trumps Zustimmungswerte sind gesunken. Der Präsident führte die gestiegenen Benzinpreise auf iranische „Terrorangriffe“ gegen Öltanker zurück. Die Preise würden wieder fallen, versprach er, ohne jedoch einen Zeitrahmen zu nennen. Trump deutete zudem an, dass die USA „wenn angemessen“ auch Energie- und Ölziele angreifen könnten. Die Straße von Hormus werde sich nach Kriegsende „natürlich“ wieder öffnen.
US-Militär: Bereits mehr als 12.300 Ziele im Iran angegriffen
dpa | Das US-Militär hat in dem seit mehr als einem Monat andauernden Krieg gegen Iran nach eigenen Angaben bereits mehr als 12.300 Ziele in dem Land angegriffen. Darunter befänden sich auch 155 iranische Schiffe, die beschädigt oder zerstört worden seien, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) auf der Plattform X mit. Washingtons Verbündeter Israel flog nach eigenen Angaben bisher mehr als 800 Angriffe in Iran, wie die Armee am Mittwoch mitgeteilt hatte.
Wirtschaftsministerin sieht keine Versorgungsengpässe
rtr | Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht trotz des Irankrieges und dessen Auswirkungen auf die Lieferketten keine Gefahr für Engpässe bei der Energieversorgung in Deutschland. „Diese Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger ist mir wichtig: Die Versorgung mit Sprit und Gas ist gesichert“, sagt die CDU-Politikerin dem Nachrichtenmagazin Focus.
Die Energielieferketten seien diversifiziert. Weniger als 8 Prozent des europäischen LNG-Imports kämen aus dem Persischen Golf, beim Öl seien es nur rund 5 Prozent. Auch bei Kerosin und Diesel stünden ausreichende Mengen zur Verfügung. Anders sehe es in Asien aus, das erheblich von der Golfregion abhänge. Deutschland gebe daher gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft behutsam einen Teil seiner Reserven frei, um die Knappheiten im asiatischen Raum und damit auch die internationalen Rohölpreise zu dämpfen.
Iranische Regierung verurteilt „irrationale“ US-Forderungen
afp | Die iranische Regierung hat Staatsmedien zufolge die Forderungen der US-Regierung für ein Ende des Irankrieges verurteilt. Die „maximalistischen und irrationalen“ Forderungen Washingtons seien über Vermittler, „darunter Pakistan“, an Teheran übermittelt worden, es fänden jedoch „keine direkten Verhandlungen“ statt, zitierte die iranische staatliche Nachrichtenagentur Isna am Donnerstag den Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei.
Bakaei erklärte außerdem nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens, Teheran sei „auf jede Art von Angriff vorbereitet, einschließlich eines Bodenangriffs“.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump in seinem Onlinedienst Truth Social erklärt, Iran habe die USA um eine Waffenruhe gebeten. Daraufhin dementierte das iranische Außenministerium jegliche Bitte einer Waffenruhe an Trump. Entsprechende Äußerungen des US-Präsidenten seien „falsch“ und entbehrten „jeder Grundlage“, erklärte Bakaei laut dem iranischen Staatsfernsehen.
Israelischer Botschafter: Keine dauerhafte Besatzung Südlibanons
dpa | Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hat eine Annexion des Südlibanons durch sein Land ausgeschlossen. „Wir werden so weit vorrücken und so lange bleiben, bis der Beschuss Israels aufhört und unsere Einwohner sicher sind. Eine dauerhafte Besatzung ist nicht geplant. Punkt“, sagte Prosor dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Er widersprach damit auch dem rechtsextremen israelischen Finanzminister Bezalel Smotrich, der gefordert hatte, der Litani-Fluss im Süden des Libanon müsse Israels neue Grenze zum nördlichen Nachbarland darstellen. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz will Israel das Gebiet bis zum Litani-Fluss nur bis auf Weiteres kontrollieren.
Nach Beginn des Irankriegs vor rund einem Monat hatte die libanesische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen. Israel reagierte mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Libanon. Viele Ortschaften im Süden des Landes gelten als Hisbollah-Hochburgen.
Insider: Waffenstillstand Bedingung für Kriegsende
rtr | Ein ranghoher iranischer Vertreter sagt der Nachrichtenagentur Reuters, Iran fordere einen garantierten Waffenstillstand, um den Krieg dauerhaft zu beenden. Vermittler hätten am Dienstag Kontakt zum Iran aufgenommen, wobei sich die Gespräche auf die Fortsetzung der diplomatischen Bemühungen konzentriert hätten. Über die Vermittler habe es keine Gespräche über einen vorübergehenden Waffenstillstand gegeben.
Kämpfer von proiranischer Miliz bei Angriffen im Irak getötet
afp | Bei Angriffen im Nordwesten des Irak sind zwei Kämpfer der pro-iranischen Miliz Hasched al-Schaabi getötet worden. Die beiden Kämpfer, darunter ein Kommandant, seien bei zwei Luftangriffen auf eine Stellung in Tal Afar in der Provinz Ninive nahe der syrischen Grenze getötet worden, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung von Hasched al-Schaabi. Bei dem „amerikanisch-zionistischen Angriff“ seien zudem vier Menschen verletzt worden.
Der Irak ist gegen seinen Willen in den Irankrieg hineingezogen worden, der am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf den Iran begonnen hatte. In den vergangenen Wochen gab es mehrere Luftangriffe gegen Einheiten der Hasched al-Schaabi, die in die staatlichen Sicherheitskräfte integriert ist und pro-iranische Gruppen umfasst. Die Angriffe gegen die Miliz werden Israel und den USA zugeschrieben.
Irans Präsident schickt Botschaft an Amerikaner
dpa | In einem offenen Brief an die amerikanische Nation kritisiert Irans Präsident Massud Peseschkian den Krieg der USA gegen sein Land als eine absurde und für die USA kostspielige Operation. „Die Welt befindet sich heute an einem Punkt, an dem die Fortsetzung eines Konfrontationskurses kostspieliger und ergebnisloser ist denn je“, schrieb der Präsident in seiner Botschaft. Iran habe in seiner Geschichte viele Aggressoren gesehen. Von denen blieb in den Geschichtsbüchern laut Peseschkian aber nur ein „Name der Schande“. Die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden würde die Zukunft ganzer Generationen prägen.
Für iranische Verhältnisse ist ein offener Brief an das amerikanische Volk eher ungewöhnlich. Daher werten Beobachter ihn als Versuch Irans, die amerikanische Öffentlichkeit von der Fehlentscheidung ihrer Regierung zu überzeugen und so indirekt eine Waffenruhe zu erzwingen.
Die Angriffe auf die Infrastruktur Irans richten sich Peseschkian zufolge unmittelbar gegen die iranische Bevölkerung. Diese Attacken seien nicht nur ein Kriegsverbrechen, sondern ihre Folgen würden auch über die iranischen Grenzen hinaus eine gesamte Region treffen. „Das ist am Ende dann ein Teufelskreis und das Säen von immer mehr Feindseligkeit, dessen Auswirkungen noch jahrelang andauern“, schrieb der iranische Präsident.
Israel: Angriff auf Dutzende Militäreinrichtungen in Teheran
dpa | Die israelische Luftwaffe hat nach Angaben der Armee Dutzende Militäreinrichtungen in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen. In der Nacht auf Mittwoch seien auf Grundlage von Geheimdienstinformationen allein 15 Waffenproduktionsstätten „im Herzen Teherans“ angegriffen worden, teilte die israelische Armee auf Telegram mit. Darunter befinde sich ein zentraler Komplex des iranischen Verteidigungsministeriums mit Produktionsstätten für Raketen, die gegen Flugzeuge und ferngesteuerte Fluggeräte eingesetzt werden sollten.
Darüber hinaus seien Luftabwehrsysteme, Abschussrampen sowie Produktions- und Lagerstätten für Raketen angegriffen worden. Allein in den vergangenen zwei Tagen habe die israelische Luftwaffe Angriffe auf rund 400 Ziele des „iranischen Terrorregimes“ geflogen, hieß es weiter. Der von Israel und den USA begonnene Krieg befindet sich bereits in der fünften Woche.
Trump droht laut Zeitung Europäern
rtr | US-Präsident Donald Trump hat einem Zeitungsbericht zufolge mit dem Ende von US-Waffenlieferungen an die Ukraine gedroht. Dadurch sollten die europäischen Verbündeten dazu bewogen werden, sich einer „Koalition der Willigen“ anzuschließen, die die Straße von Hormus wieder öffnen solle, berichtet die Financial Times unter Berufung auf Personen, die über die Gespräche informiert seien. Trump habe damit gedroht, die Lieferungen an die von europäischen Ländern finanzierte Nato-Initiative PURL zur Waffenbeschaffung für die Ukraine einzustellen.
London: 35 Länder beraten virtuell über Hormus-Meerenge
afp | Die britische Regierung hat für Donnerstag ein internationales Treffen zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus angekündigt. Großbritannien habe 35 Länder hinter seiner Initiative „zur maritimen Sicherheit“ in der Golfregion vereint, sagte Regierungschef Keir Starmer am Mittwoch in London. Außenministerin Yvette Cooper werde das Treffen leiten, fügte er hinzu. Später teilte ein britischer Beamter der Nachrichtenagentur AFP mit, das Treffen werde am Donnerstag virtuell stattfinden.
Das Treffen diene dazu, alle „diplomatischen und politischen Maßnahmen zu prüfen, die wir ergreifen können, um die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen“, sagte Starmer vor Journalisten. „Im Anschluss an dieses Treffen werden wir auch unsere militärischen Planer einberufen, um zu prüfen, wie wir unsere Kapazitäten bündeln und die Meerenge nach den Kämpfen wieder sicher machen können.“ Starmer warnte, die Wiedereröffnung der Meerenge werde „nicht einfach“ sein.
Frankreich: Keine Hinweise auf Verminung der Straße von Hormus
rtr | Die französische Marine hat nach Angaben des Admirals Nicolas Vaujour keine Hinweise darauf, dass die Straße von Hormus vermint worden ist. Auf einer Sicherheitskonferenz in Paris fordert er zudem, China müsse sich stärker für eine Wiederöffnung der Meerenge einsetzen und seine Ungeduld über die anhaltende Sperrung deutlich machen. China und Iran gelten als befreundete Staaten.
Finnischer Präsident spricht mit Trump über Nato
ap | Der finnische Präsident Alexander Stubb hat mit US-Staatschef Donald Trump über die Nato und Iran gesprochen. Es sei auch um die Ukraine gegangen, teilte Stubb am Mittwoch auf der Plattform X mit. „Es ist gut, gemeinsam nach Lösungen für Probleme zu suchen“, schrieb er zu dem Telefonat mit Trump, das konstruktiv gewesen sei.
Trump hat zunehmend Kritik an Verbündeten geäußert. Er wirft ihnen mangelnde Bereitschaft vor, sich am Krieg der USA und Israels gegen Iran zu beteiligen, vor allem mit Blick auf eine Sicherung der Straße von Hormus. Trump hat deshalb erneut einen Austritt der USA aus dem Militärbündnis Nato ins Spiel gebracht.
IOM: 180.000 Familien im Iran seit Kriegsbeginn vertrieben
ap | Der US-israelische Krieg gegen Iran hat nach Einschätzung der Internationalen Organisation für Migration (IOM) 180.000 Familien in der Islamischen Republik zu Flüchtlingen gemacht. Eine exakte Zahl zu liefern, sei jedoch schwierig, teilte die Organisation am Mittwoch mit. Iran führe im Gegensatz zu anderen Ländern keine entsprechende Statistik.
IOM-Generaldirektorin Amy Hope sagte der Nachrichtenagentur AP, Experten ihrer Organisation rechneten damit, dass die Zahl der Vertriebenen steige, wenn mehr zivile Infrastruktur zerstört werde. Pope warnte auch vor noch dramatischeren Folgen für Arbeiter aus dem Ausland, die in Iran tätig seien. Es sei möglich, dass sie weniger Unterstützung erhielten als iranische Familien, die sich darum bemühten. Die „versteckte Konsequenz eines Konflikts wie diesem“ sei, dass es Menschen gebe, deren Verbleib nicht erfasst werde und die nicht die notwendige Hilfe erhielten.
Iran dementiert Bitte um Waffenruhe
afp | Die iranische Führung hat dementiert, US-Präsident Donald Trump um eine Waffenruhe gebeten zu haben. „Trumps Äußerungen zur Bitte Irans um einen Waffenstillstand sind falsch und entbehren jeder Grundlage“, erklärte Esmail Baghai, Sprecher des Außenministeriums in Teheran, am Mittwoch laut dem iranischen Staatsfernsehen. Trump hatte zuvor erklärt, von der neuen Führung in Iran um eine Einstellung der Kämpfe gebeten worden zu sein.
In einem wenige Stunden zuvor ausgestrahlten Interview hatte bereits der iranische Außenminister Abbas Araghtschi Verhandlungen mit den USA dementiert. Auf den von den USA vorgelegten 15-Punkte-Plan zur Beendigung der Kämpfe habe die iranische Regierung „nichts als Antwort angeboten“, sagte Araghtschi dem katarischen Nachrichtensender Al Jazeera. Der Chefdiplomat forderte stattdessen ein „vollständiges Ende des Krieges“ und Reparationszahlungen für die Kriegsschäden in Iran.
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