+++ Corona News vom 30. Mai +++: Italiener müssen zuhause urlauben

MeckPomm wirbt bei der Bevölkerung für Touristen. Vier spanische Inseln lockern Beschränkungen. Die Nachrichten zum Coronavirus im Ticker.

Frau im Sommerkleid und mit weißem Mund- und Nasenschutz liegt auf einer Liege am Strand

Reisen ins Ausland sind vorerst wohl nicht drin: Eine Italienerin sonnt sich am Strand nahe Rom Foto: reuters

Corona-Fälle überschatten Neustart der ukrainischen Fußball-Liga

Am Wochenende sollte es wieder losgehen für die ukrainische Premier Liga (Premjer Liha). Doch der Neustart der Fußballsaison ist zumindest für den Club Karpaty Lwiw im Westen des Landes verschoben. Dort kam es zu mehreren Coronavirus-Fällen. Die Liga habe das für diesen Sonntag geplante Spiel in Lwiw gegen den FC Mariupol abgesagt, teilten die beiden Clubs am Samstag mit. Die ukrainische Liga ging am Wochenende trotz der Corona-Pandemie wieder an den Start – nach mehr als zwei Monaten Zwangspause seit Mitte März. Die anderen Spiele sollten am Wochenende wie geplant stattfinden. (dpa)

Brasilien überholt Spanien bei der Zahl der Corona-Toten

Brasilien überholt Spanien bei der Anzahl tödlich verlaufener Infektionen. In den vergangenen 24 Stunden seien 1124 Menschen an Covid-19 gestorben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Damit sind insgesamt 27.878 Menschen dem Virus erlegen. Brasilien nimmt damit Rang fünf unter den Ländern mit den meisten Virus-Toten ein. Die Zahl der Infizierten erhöht sich um 26.928 auf 465.166 Fälle. (rtr)

Zahl der Corona-Fälle steigt in Deutschland um 738

In Deutschland steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle um 738 auf 181.196. Am Freitag sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts 39 Menschen an Covid-19 gestorben. Damit erhöht sich die Zahl der tödlich verlaufenden Infektionen auf 8489. (rtr)

Infektionen nach privaten Feiern in Göttingen

In Göttingen infizierten sich mehrere Menschen bei privaten Feiern mit dem Coronavirus. Wie das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis mitteilte, sind die Betroffenen zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien, die aus Göttingen und der Umgebung stammen. Eine genaue Zahl der Infizierten wurde zunächst nicht genannt. „Die Anzahl der zu kontaktierenden Personen bewegt sich im dreistelligen Bereich“, hieß es. Unter den Kontaktpersonen seien auch 57 Kinder und Jugendliche. Die entsprechenden Schulen seien bereits informiert. (dpa)

Kontaktverbot soll Mitte Juni in Thüringen fallen

Thüringen will Mitte Juni das wegen der Corona-Pandemie verhängte Kontaktverbot aufweichen. Der Entwurf der neuen Corona-Verordnung sehe vor, dass die Kontaktbeschränkungen dann nur noch als Empfehlung gelten sollten, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Frank Schenker, am Samstag auf Anfrage in Erfurt. Er bestätigte damit einen Bericht der Thüringer Allgemeinen. Die derzeit geltende Vorgabe, dass sich nur Angehörige zweier Haushalte treffen dürfen, wäre dann nicht mehr bindend und könnte bei Verstößen auch nicht mehr mit Bußgeldern belegt werden. (dpa)

„Freiheitsberaubung“ von Pflegeheimbewohnern beklagt

Die Stiftung Patientenschutz beklagt eine „Freiheitsberaubung“ von Pflegeheimbewohnern und fordert von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein „menschliches“ Konzept für alle stationären Einrichtungen. Nach Aufhebung der Besuchsverbote für die 11.200 Heime in Deutschland habe sich für die Betreuten wenig geändert: „Selbst spontane Besuche von Angehörigen oder kurze Spaziergänge in der Umgebung sind nicht möglich“, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Samstag. „Isolation und Einsamkeit sind tägliche Begleiter dieser Freiheitsberaubung.“

Zwar könne niemand ignorieren, dass das Coronavirus für Heimbewohner hochgefährlich sei; in den Einrichtungen sterbe jeder fünfte Infizierte, sagte Brysch. „Aber die Einrichtungen zu Hochsicherheitszonen auszubauen darf nicht die Antwort sein. Mit Lebensfreude, Selbstbestimmung und Menschenwürde hat das nichts zu tun.“

Notwendig seien eine Kontaktdokumentation und eine Trennung von Infizierten, Nichtinfizierten sowie von Menschen, deren Testergebnis noch nicht vorliegt, forderte der Patientenschützer in der NOZ. Das gelte auch bei Neuaufnahmen. Alle Bewohner gleichermaßen zu beschränken sei hingegen „unverhältnismäßig“. Brysch warf insbesondere Nordrhein-Westfalen und Hessen vor, sich gegen präventive Reihentests zu sträuben und so mehr Besuchsmöglichkeiten zu blockieren.

Die Politik habe die Heime noch immer nicht wirklich im Blick, kritisierte Brysch. Niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser seien inzwischen mit acht Milliarden Euro vom Bund auf eine zweite Corona-Welle vorbereitet worden. Für die 800.000 Pflegeheimbewohner sei „noch nicht mal die erste Welle überstanden“. Bedürftige und Altenpflegekräfte seien „immer noch im Krisenmodus“.

Neben Öffnungskonzepten bräuchten die Heime auch einen finanziellen Rettungsschirm, insbesondere um die Einnahmeausfälle durch coronabedingte Leerbetten auszugleichen, forderte Brysch. Die Kosten müssten – wie bei den Kliniken – ausgeglichen werden. Gesundheitsminister Spahn sei auch hier in der Pflicht, „denn über die Finanzierung von Pflegeleistungen entscheidet allein der Bund“. (afp)

Corona-Restriktionen auf vier spanischen Inseln gelockert

Auf vier spanischen Inseln werden die Corona-Beschränkungen gelockert. So dürften von Montag an Bars und Restaurants ihre Terrassen zu drei Vierteln wieder freigeben, heißt es in einer amtlichen Verlautbarung der Regierung. Zwischen den Tischen müssen demnach 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Menschen dürfen sich wieder in Gruppen von bis 20 Personen treffen. Hotels dürfen ihre Kapazität zur Hälfe auslasten. Betroffen sind die Inseln La Graciosa, El Hierro, La Gomera, die zu den Kanaren gehören, sowie Formentera, eine der Balearischen Inseln. (rtr)

MeckPomms Regierung wirbt um Akzeptanz für Urlauber

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung und der Landestourismusverband wollen bei der eigenen Bevölkerung um mehr Akzeptanz für den Tourismus werben. Zum Start einer umfangreichen Kampagne präsentierten Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) und Verbandsvertreter laut Pressemitteilung am Samstag ein 40 mal 40 Meter großes Banner an der Fassade eines Hotels in Rostock-Warnemünde mit dem Slogan „Wir sind Urlaubsland“.

Mecklenburg-Vorpommern hatte zwischen Mitte März und dem 25. Mai auswärtigen Touristen die Einreise untersagt. Manche Einheimische begegneten Auswärtigen in dieser Zeit mit Misstrauen und Argwohn. Seit Beginn der Corona-Krise hätten sich „Bilder von ausgeladenen Gästen und Artikel über zerkratzte Autos“ durch die öffentliche Debatte gezogen, hieß es in der Mitteilung. Auch wenn unfreundliche Gastgeber Ausnahmeerscheinungen gewesen seien, hätten sie die Wahrnehmung des Landes deutlich mitgeprägt und Vertrauen zerstört. (afp)

Ausschluss italienischer Urlauber aus Griechenland verurteilt

Italiens Außenminister Luigi di Maio hat scharf auf den Ausschluss italienischer Sommerurlauber durch die griechische Regierung reagiert. Wenn Regierungen in der EU Italiener wegen der Corona-Pandemie wie Aussätzige behandeten, werde der europäische Geist verloren gehen und die EU zusammenbrechen, erklärte er am Samstag auf Facebook.

Griechenland hatte am Freitag mitgeteilt, dass das Einreiseverbot im Sommer für Touristen aus 29 Ländern – darunter Deutschland – aufgehoben werde. Andere Länder könnten noch hinzukommen. Nicht zugelassen wurden Länder mit hohen Infektions- und Totenzahlen wie Italien, Spanien und Großbritannien.

Di Maio erklärte, der Wettbewerb im Tourismus sei eine Sache, die EU müsse aber einheitlich bei den Grenzöffnungen nach den Corona-Sperren verfahren. Wenn es stattdessen ein Durcheinander gebe, „wird der europäische Geist verloren gehen. Und Europa wird zuammenbrechen.“

In der kommenden Woche werde er nach Deutschland, Slowenien und Griechenland reisen, um zu betonen, dass Italien bereit sei, Touristen zu empfangen. Er lobte den französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian dafür, dass er am Mittwoch seine erste Auslandsreise nach dem Corona-Lockdown nach Italien gemacht habe. (ap)

Experten warnen vor Lockerungen in England

Kurz vor der geplanten Lockerung von Corona-Beschränkungen in England warnen drei wissenschaftliche Berater der britischen Regierung vor einer Aufhebung. Dazu sei es zu früh, da das Coronavirus sich noch zu schnell verbreite. Dies berge das Risiko einer zweiten Ansteckungswelle. Ein Berater verweist darauf, dass die Corona-App noch nicht erprobt sei und spricht von einer „politischen Entscheidung“ für die Lockerungen. England lässt ab Montag Treffen im Freien von bis zu sechs Menschen zu, Grundschulen sollen teils geöffnet werden. (rtr)

Mehrheit in Deutschland lehnt Sonntagsöffnungen ab

Eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland lehnt es ab, dem Einzelhandel mit zusätzlichen Sonntagsöffnungen aus der Corona-Krise zu helfen. Dagegen befürwortet ein gutes Drittel zusätzliche verkaufsoffene Sonntage. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor, berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. (rtr)

Vier neue Corona-Infektionen in China

In China melden die Behörden vier neue Coronavirus-Fälle. Alle vier Erkrankten hätten sich im Ausland angesteckt, teilt die nationale Gesundheitskommission mit. Neue Todesfälle werden nicht erfasst. (rtr)

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Die Coronapandemie geht um die Welt. Welche Regionen sind besonders betroffen? Wie ist die Lage in den Kliniken? Den Überblick mit Zahlen und Grafiken finden Sie hier.

▶ Alle Grafiken

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de