Friedenspreis für das iranische Volk : Falsche Intoleranz bei den Linken
Wegen Anschlagsdrohungen stand der Auftritt von Pahlavi auf der Kippe. Dann schützte die Frankfurter Polizei die Veranstaltung doch. Das war richtig.
Foto: Anabel Giesbert/dpa
D ass der iranische Oppositionspolitiker Reza Pahlavi quasi treuhänderisch für das iranische Volk den Freiheitspreis der Friedrich-Naumann-Stiftung entgegennahm, stieß auf kontroverse Reaktionen. Der Name des Prinzen polarisiert so sehr, dass man sich fragen muss, ob er wirklich der richtige war, um am Wochenende in der Paulskirche das iranische Volk zu vertreten.
Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs symbolisiert wie kein anderer die Zeit vor der Islamischen Revolution, deshalb spaltet er die Iraner. Während die einen diese Zeit verklären und auf Bürgerrechte und Fortschritt verweisen, verurteilen die anderen seinen Autoritarismus und seine Nähe zu den USA. Auf der Suche nach Alternativen fällt jedoch schnell auf: Es gibt keine. In der zerstrittenen Opposition polarisieren selbst Figuren wie die inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi.
Pahlavi ist immerhin der Oppositionspolitiker mit der stärksten Unterstützerbasis. Laut Polizeiangaben versammelten sich mindestens 25.000 Menschen, um den Prinzen zu sehen und sich mit ihm zu solidarisieren. Was für ihn spricht: Pahlavi ist Demokrat. Seit Jahrzehnten fordert er im Iran eine säkulare Demokratie mit freien Wahlen, das Modell der absoluten Monarchie lehnt er ab.
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Es ist daher befremdlich, dass Frankfurter Linke, Grüne und SPD gegen die Preisverleihung protestierten. Die Linke beantragte sogar, der Naumann-Stiftung den Mietvertrag für die Paulskirche zu entziehen. Die wunderliche Begründung lautete, Pahlavi sei nicht „demokratisch legitimiert“, als gäbe es im Iran bereits freie Wahlen.
Noch am Samstagmorgen war überhaupt unklar, ob Pahlavi öffentlich auftreten dürfe. Die Frankfurter Polizei fürchtete Anschläge aus dem Milieu der Islamischen Republik, entschied sich schließlich aber doch dafür, Pahlavis Auftritt zu schützen. Das war die richtige Entscheidung. Deutschland darf sich von keiner ausländischen Macht vorschreiben lassen, wer hier öffentlich auftreten darf und wer nicht.
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