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Krieg in der UkraineSchwerer Beschuss der ukrainischen Hauptstadt

Schwere Explosionen erschütterten Kyjiw bei nächtlichem Raketenbeschuss. Mindestens zwei Menschen starben.

afp | Bei neuen russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind mindestens zwei Menschen getötet worden. „Wieder einmal waren Kyjiw und die zivile Infrastruktur – Wohnhäuser, eine Entbindungsklinik, Energieanlagen und Logistikeinrichtungen – die Hauptziele des (russischen) Angriffs“, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Es sei „bereits bekannt, dass zwei Menschen getötet wurden“.

Nach Angaben von Journalisten der Nachrichtenagentur AFP waren am Donnerstag mehr als 20 Explosionen zu hören. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor ballistischen russischen Raketen gewarnt, die auf die Stadt und die Region sowie auf die Region Tschernihiw nördlich der Hauptstadt zusteuerten.

„Explosionen in Kyjiw“, schrieb Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. „Die Hauptstadt wird mit ballistischen Raketen angegriffen. Bleiben Sie in den Schutzräumen“, fügte er hinzu.

In der ukrainischen Schwarzmeerstadt Odessa meldeten Behörden, dass eine medizinische Einrichtung, eine Bildungseinrichtung sowie Wohngebäude durch russische Angriffe beschädigt worden seien.

Russland will weiter angreifen

Kyjiw mit seinen rund drei Millionen Einwohnern war in den vergangenen Tagen Ziel besonders heftiger russischer Drohnenangriffe. Am Vortag waren bei neuen russischen Angriffen auf die Ukraine mindestens sieben Menschen getötet worden.

Russland greift die Ukraine seit Februar 2022 fast täglich mit Drohnen und Raketen an. Die Ukraine reagiert mit Angriffen auf russisches Gebiet. Beide Seiten verstärkten ihre Angriffe in den vergangenen Monaten.

Der jüngste russische Angriff erfolgte während eines Besuchs Selenskyjs in den USA. Dort traf sich der ukrainische Präsident mit Mitgliedern des US‑Kongresses, um schärfere Sanktionen gegen Moskau zu fordern.

„Jeder dieser Angriffe erfolgt, weil der Druck auf den Aggressor noch immer nicht umfassend ist und Russland glaubt, seinen ballistischen Terror fortsetzen zu können“, schrieb Selenskyj nach dem jüngsten Angriff. Die USA forderte er erneut auf, seinem Land Abfangraketen zu liefern und die Sanktionen gegen Russland zu verschärfen.

Nach Angaben von Russlands Außenminister Sergei Lawrow will Moskau seine Angriffe auf die Ukraine vorerst nicht einstellen. Lawrow äußerte sich am Mittwoch bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates in New York. Zuvor war er mit US-Außenminister Marco Rubio zusammengekommen.

Anschließend kündigte Selenskyj vor der UN-Generalversammlung in New York an, dass die Streitkräfte seines Landes in diesem Winter russische Wärme- und Energieanlagen angreifen würden. In seiner Rede übte er erneut scharfe Kritik an Kreml-Chef Wladimir Putin.

Putin suche fortwährend „nach jemandem, der ihm helfen kann, mehr zu töten – mehr Menschen für jeden Kilometer Land zu töten, mehr Territorium zu erobern und sich ein weiteres Land anzueignen, anstatt einfach aufzuhören und sein eigenes Land zu regieren“, sagte Selenskyj in seiner Rede. Seine Landsleute wüssten, „dass dieser Winter sehr hart für uns werden könnte“, fügte er hinzu. „Aber uns bleibt keine andere Wahl, als ihn auch für Russland schmerzhaft zu machen.“

Die USA versuchen seit Trumps Wiedereinzug ins Weiße Haus im Januar 2025, ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine zu erreichen. Bisherige Gesprächsrunden von Unterhändlern der USA, Russlands und der Ukraine brachten jedoch keinen Durchbruch.

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