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Remigration und Rüstungsgüter AfD mit ICE-Fantasien

Frederik Eikmanns

Kommentar von

Frederik Eikmanns

Ulrich Siegmund will Rüstungsgüter für seine „Remigrations“-Pläne. Die Absichten für „ethnische Säuberungen“ lassen sich nicht mehr wegdefinieren.

F riedrich Merz versteht nicht allzu viel von Deutschland im Jahr 2026. Aber er hat kleine Momente der Klarheit, die man ihm zugutehalten kann. Dass er in seiner Bundestagsrede am Mittwoch die „Remigrations“-Pläne der AfD als de facto „ethnische Säuberung“ bezeichnete, war einer davon. Groß war die Empörung anschließend in Teilen des polit-medialen Mainstreams. Der Vorwurf sei überzogen gewesen und verteufele die AfD grundlos, konnte man sich schon am Mittwochabend etwa von Markus Lanz erklären lassen. Auch konservative Historiker kritisierten Merz.

Das hielt bis zum Freitag. Da erklärte Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt: „Wir verteufeln nicht pauschal die Produktion von Rüstungsgütern, weil wir bei späteren Remigrations- und Abschiebeoffensiven natürlich auch entsprechende Hilfsmittel brauchen“. Hier kündigt ein Spitzenpolitiker der AfD offen an, dass „Remigration“ für ihn nicht nur ein gewalttätiges Unterfangen ist, sondern eines, für das es militärisches Gerät benötigt. Was soll das denn sonst sein, wenn nicht eine systematische und gewalttätige Vertreibungskampagne gegen Menschen, die als nicht-deutsch verstanden werden? Das Fachwort dafür ist und bleibt: „ethnische Säuberung“.

Aber es geht um viel mehr als nur um Begriffe. Es geht darum, dass die AfD im Moment ihre Ziele so offen ausspricht wie nie zuvor – und gleichzeitig ein Teil der deutschen Öffentlichkeit krampfhaft versucht, das nicht wahrzunehmen. Als ob man das Problem wegdefinieren könnte. Es ist ja auch schwer zu glauben, dass sich über 40 Prozent der Wählenden in Sachsen-Anhalt für eine Partei entschieden haben, die ethnische Säuberungen plant. Und dass es in bundesweiten Umfragen fast 30 Prozent erwägen. Aber genau so ist es.

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Dieses gewaltige Problem lässt sich sicherlich nicht lösen, indem man verzweifelt versucht, es umzudeuten. Ganz im Gegenteil: Der erste Schritt für eine erfolgreiche Reaktion ist es, sich wirklich klarzumachen, womit man es zu tun hat.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Frederik Eikmanns

Frederik Eikmanns

Fachredakteur für Innere Sicherheit und Migration
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1 Kommentar

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  • Wanderin

    Danke, Herr Merz, für diese klaren Worte! Dafür hat der Kanzler meinen vollen Respekt.



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    Die Lektion "Du darfst keine Juden vertreiben" mag vielleicht nach Jahren Geschichtsunterricht vielleicht mehr oder weniger verstanden worden sein. Aber, "Du darfst auch keine Muslime und anderen Gruppen vertreiben" scheint immer noch nicht verstanden worden zu sein. Und weil die Geschichte jede nicht verstandene Lektion in der Gesellschaft wiederholt, sind wir jetzt hier. Leider.



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    Wie die Vorfahren, die "nichts mitbekommen" haben wollen, flüchtet man sich in die Amnesie und instrumentalisiert Gedenkkultur als Alibi: "Die Muslime und anderen Migranten sind aber keine Juden, darum dürfen wir das machen".