Zuschlag für München : Olympia ist kein Allheilmittel
Eine Olympia-Bewerbung bedeutet eine Unterwerfung unter das Regime des IOC. Ob sie dagegen das Land zusammenbringen kann, ist fraglich.
Foto: Marijan Murat/dpa
G olf für München! Die Stadt darf sich um die Ausrichtung Olympischer Sommerspiele bewerben. 2036, 2040 oder 2044 könnten wieder Olympische Spiele in Deutschland stattfinden. Jetzt muss nur noch das Internationale Olympische Komitee (IOC) von den Vorzügen der bayerischen Landeshauptstadt überzeugt werden.
Einfach ist das gewiss nicht. Und es erfordert einen Akt der beinahe totalen Unterwerfung unter das Regime des IOC. Das fordert jede Menge staatliche Garantien zur Finanzierung der Spiele und für die Sicherheit von Athletinnen und Fans bei dem Megaevent.
Der Bund, das Land Bayern und die Kommune München werden sich großzügig zeigen. Während in den Etats für Soziales oder Kultur gespart wird, werden für Olympia die Kassen geöffnet. Lange bevor aus ersten Plänen echte Konzepte geworden sind, hat Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) bereits ein Finanzierungsversprechen für die Spiele abgegeben. Für Olympia in Deutschland scheint kein Preis zu hoch zu sein.
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Die Überwachungsfantasien, die ein deutscher Innenminister angesichts so heikler Großevents wie Olympischer Spiele wird ausleben dürfen, mag man sich gar nicht ausmalen. Ein geheimdienstlicher Hintergrundcheck für alle bei Spielen akkreditierten Personen gehört schon lange zum olympischen Alltag.
Nur allzu oft wurden in der Vergangenheit Sportereignisse dazu benutzt, den Polizeien neue Instrumente an die Hand zu geben. Bei der Fußball-WM in 2006 stand sogar die Bundeswehr als Sicherheitsreserve bereit, ohne dass eine eigentlich fällige Diskussion über einen solchen Einsatz des deutschen Militärs im Inneren geführt worden wäre.
Der Wert Olympischer Spiele für die deutsche Gesellschaft soll all das Negative aufwiegen, um das auch Münchens grüner Oberbürgermeister Dominik Krause gewiss weiß. Bei der Mitgliederversammlung des DOSB am Samstag war ein ums andere Mal von der einigenden Kraft des Sports die Rede. Durch die Spiele möge das Land wieder zusammenrücken, so ein häufig formulierter Wunsch.
Doch kann Olympia das wirklich leisten? Die Spiele von Paris scheinen das Gegenteil zu beweisen. Mit den irren Bildern von Sportlern vor historischen Kulissen hat Paris in der ganzen Welt viel Zauber verbreitet. Die französische Gesellschaft ist zwei gute Jahre danach ebenso gespalten, wie sie es vorher war. Sollte also München die Spiele dereinst wirklich ausrichten, sollte man das Event nicht mit Erwartungen überfrachten.
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