Havarierter Tanker: Ölteppich erreicht Omans Küste
Die Havarie der „Caroline Bezengi“ betrifft inzwischen auch erste Strände und könnte nach Angaben der UN zig Kilometer Küste verseuchen.
Foto: picture alliance/dpa
afp/dpa | Das aus einem auf Grund gelaufenen Tanker ausgetretene Öl hat nach UN-Angaben die Küste Omans erreicht. Das gab die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) am Mittwoch bekannt. Strände in der Region Ras Madrakah seien betroffen, erklärte Omans Umweltbehörde laut der amtlichen Nachrichtenagentur ONA. Der Ölteppich könnte demnach bis zu 40 Kilometer Küste in diesem Gebiet sowie bis zu 20 Kilometer auf der Südseite der Insel Masirah verschmutzen.
Ein Vertreter des Verkehrsministeriums sagte ONA zufolge, dass eine Eindämmung des Ölteppichs durch schwierige Wetterbedingungen erschwert werde. Auch die IMO sprach von schwierigen Wetterbedingungen. Die Behörden in Maskat hatten am Montag angegeben, dass sich der Ölteppich über eine Fläche von rund 390 Quadratkilometern erstrecke.
Die „Caroline Bezengi“ wird nach Erkenntnissen der Nachrichtenagentur AFP der russischen Schattenflotte zugerechnet. Mit den oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen umgeht Russland nach Überzeugung westlicher Staaten unter anderem Sanktionen gegen seine Ölexporte.
Greenpeace nennt höhere Zahlen
Der Tanker war Ende Juni im Arabischen Meer im Bereich des Archipels Al-Hallanijat auf Grund gelaufen. Die Gegend ist für ihre maritime Artenvielfalt bekannt. Zuvor war das Schiff von Explosionen unbekannter Herkunft getroffen worden. Das britische Sicherheitsunternehmen Vanguard teilte der AFP mit, infolge der Explosionen seien Lecks im Schiff entstanden.
Die Umweltorganisation Greenpeace warnt davor, dass es zu einer Umweltkatastrophe von gewaltigem Ausmaß kommen könnte. Sie hält schon den bisherigen Schaden für größer als die Behörden. Die durch das Öl verschmutzte Fläche sei mittlerweile auf 1.000 Quadratkilometer angewachsen, teilte Greenpeace unter Berufung auf Satellitenaufnahmen von Dienstag mit. Die Situation sei „ein weiteres alarmierendes Beispiel für die erheblichen Umweltrisiken, die von der sogenannten russischen Schattenflotte ausgehen“, sagte die Greenpeace-Expertin Nina Noelle auf dpa-Anfrage.
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