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+++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++Mindestens 11 Verletzte bei russischen Angriffen auf Kyjiw

Vor allem ballistische Raketen haben in der ukrainischen Hauptstadt Schaden angerichtet und Menschen verletzt. Die Ukraine setzt ihre Attacken auf russische Tanker fort.

Russische Tanker attackiert

rtr | Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht 21 russische Tanker im Asowschen Meer mit Drohnen angegriffen. Dies sei ‌Teil einer Kampagne, um den russischen Streitkräften in der besetzten Ukraine den Treibstoff zu entziehen. Außerdem seien vier Schlepper, zwei Frachtschiffe und ein Baggerschiff getroffen worden.

Bei einem weiteren ukrainischen Drohnenangriff auf vier Schiffe im Asowschen Meer ist nach russischen Behördenangaben eine Person getötet worden. „Ein Seemann auf einem technischen Versorgungsschiff ist ums Leben gekommen“, schrieb Juri Sljusar, Gouverneur der südrussischen Region Rostow, auf Telegram. Verletzte habe es keine gegeben. Eines der in der Bucht von Taganrog angegriffenen Schiffe sei ‌ein Methanol-Tanker.

Schon in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine immer wieder Schiffe auf dem Asowschen Meer, aber auch Umschlagkapazitäten an Land wie den Hafen in Taganrog angegriffen. Kiew zielt eigenen Angaben nach darauf, die Treibstoffversorgung der im Süden und Osten der Ukraine stationierten russischen Truppen und den lukrativen russischen Ölexport zu unterbinden.

Mehrere Verletzte in Kyjiw nach russischen Angriffen

afp | Russland hat seine Raketen- und Drohnenangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw fortgesetzt – dabei wurden nach offiziellen Angaben am Samstag mindestens elf Menschen verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die Armee habe „die meisten“ Flugkörper abgeschossen, „aber nicht die ballistischen“. Er appellierte an die USA, die zugesagte Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen rasch zu erteilen. In den USA zeichnen sich derweil verschärfte Russland-Sanktionen ab.

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten am frühen Samstagmorgen zwei Serien von Explosionen. Die Sirenen des Luftalarms ertönten erst Minuten nach der ersten Detonation. Der Chef der Militärverwaltung in Kyjiw, Tymur Tkatschenko, rief die Menschen wegen des „Angriffs auf die Hauptstadt mit Raketen“ dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Unter den elf Verletzten sei ein Kind, teilte Selenskyj im Onlinedienst X mit. Er veröffentlichte Videos, die in Trümmern und Rauch arbeitende Einsatzkräfte zeigten. Russland habe in der Nacht mehr als 120 Drohnen gestartet und zwölf Raketen abgefeuert, „die Hälfte von ihnen ballistische“, erklärte der ukrainische Staatschef. Noch vor dem ersten Sirenenalarm sei „zivile Infrastruktur“ getroffen worden, darunter Wohnhäuser und Bürogebäude.

Ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij Sternenko, erklärte, womöglich habe die russische Armee Raketenabwehrsysteme vom Typ S-400 für Angriffe genutzt. „Bei Bodenangriffen sind diese Raketen für Radar schwerer zu erkennen“, schrieb er im Onlinedienst Telegram. „Es gibt keine militärische Logik für solche Angriffe. Es ist einfach Terrorismus um des Terrorismus willen.“

Selenskyj forderte die Verbündeten erneut zu weiterer militärischer Unterstützung für die Ukraine auf. Zudem appellierte er an die US-Regierung, ihr Versprechen zügig umzusetzen, der Ukraine eine Lizenz zur Herstellung von Patriot-Luftabwehrsystemen zu erteilen.

Das Patriot-System spielt eine wichtige Rolle beim Schutz ukrainischer Städte und Infrastruktur insbesondere vor ballistischen Raketen. Nato-Staaten haben der Ukraine mehrere Patriot-Systeme zur Verfügung gestellt, bislang liefern sie ihr auch die Raketen. Zuletzt gingen die ukrainischen Reserven jedoch zur Neige. Die Luftabwehr hatte daher erhebliche Probleme beim Abfangen der Raketen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch bei einem Treffen mit Selenskyj am Rande des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara bekanntgegeben, sein Land werde der Ukraine „das Recht geben, Patriots herzustellen“. Selenskyj sagte am Donnerstag, es seien noch technische Details zu klären.

Pro-europäischer Unternehmer Tofan als neuer Regierungschef in Moldau nominiert

afp | Gut eine Woche nach dem Rücktritt von Moldaus Regierungschef Alexandru Munteanu hat Präsidentin Maia Sandu den pro-europäischen Unternehmer Vasile Tofan als Nachfolger nominiert. Sein wichtigstes Ziel müsse sein, Moldau auf dem Weg der „Integration“ in die Europäische Union voranzubringen, sagte Sandu in einem am Samstag in Onlinediensten veröffentlichten Video. Außerdem solle er die staatlichen Institutionen stärken und „die Wirtschaft ankurbeln“.

Laut Sandu muss Tofan in den kommenden zwei Wochen dem Parlament sein Regierungsprogramm und die geplante Kabinettszusammensetzung vorlegen. Dann müssen die Abgeordneten grünes Licht für den Regierungswechsel geben. Der Vorsitzende der Regierungspartei PAS, Igor Grosu, hatte am Freitag die Entscheidung für Tofan bekanntgegeben. Tofan war bereits im Herbst als möglicher neuer Regierungschef gehandelt worden, nachdem die PAS die Parlamentswahl gewonnen hatte. Stattdessen wurde dann Munteanu neuer Ministerpräsident.

Nach nur acht Monaten im Amt gab Munteanu dann am Freitag vergangener Woche seinen Rücktritt bekannt. „Ich kann mein Amt nicht mehr im Einklang mit meinen Prinzipien und Überzeugungen ausüben“, erklärte der Ökonom und Geschäftsmann, der wie Sandu bei der Weltbank tätig gewesen war. Nähere Details zu den Gründen seines Rücktritts nannte er nicht. Vizeregierungschef und Wirtschaftsminister Eugen Osmochescu übernahm kommissarisch die Regierungsgeschäfte.

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