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Köpfe von Reinecke, Mescher, Pickert, Herrmann und am Orde.

Der Jahresrückblick 2025 Fünf Thesen zum Abstieg des Westens

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Vom globalen Machtverlust bis zur Zukunft linker Politik: Eine Diskussion über Weltlage, Wirtschaft und politische Selbsttäuschungen.

In dieser Sonderfolge des Bundestalks diskutieren Sabine am Orde, Stefan Reinecke und Bernd Pickert gemeinsam mit Martina Mescher und der Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann fünf Thesen zur politischen Lage zum Jahresende. Es geht um Machtverschiebungen, Selbsttäuschungen und die Frage, wie zukunftsfähig linke Antworten noch sind.

Erstens: Der MAGA-Faschismus zielt mit wachsendem Erfolg auf die Zerstörung der lange als stabil geltenden westlichen Demokratien. Diese können dabei nicht auf Solidarität aus dem Rest der Welt hoffen. Der autoritäre Umbau findet nicht am Rand, sondern im Zentrum statt – sichtbar vor allem in den USA, aber mit globaler Wirkung.

Zweitens: Europa und Deutschland müssen lernen, ihren geopolitischen und ökonomischen Abstieg anzuerkennen. Schwach zu sein ist unangenehm, doch schwach zu sein und sich weiterhin als globaler Machtfaktor zu inszenieren, ist gefährlich. Der Verlust an Einfluss erfordert realistische Strategien statt symbolischer Selbstbehauptung.

Drittens: Der Wirtschaftsstandort Deutschland ist tatsächlich in Gefahr – allerdings nicht durch hohe Steuern oder Regulierung, sondern durch China. Die strukturelle Konkurrenz, vor allem in Schlüsselindustrien, stellt das deutsche Wirtschaftsmodell grundlegend infrage.

Viertens: Für linke Politik wirkt derzeit eine Mischung aus sozialdemokratischen Versprechen der 1970er Jahre und Popkultur überraschend mobilisierend. Doch diese Kombination reicht nicht aus, um langfristig tragfähige Antworten auf heutige Krisen zu geben. Nostalgie ersetzt keine Zukunftsstrategie.

Fünftens: Friedrich Merz erweist sich ausgerechnet als Außenkanzler als weniger problematisch als erwartet. In der Außenpolitik wirkt er berechenbarer und souveräner als in vielen innenpolitischen Fragen – ein Befund, der auch innerhalb des Bundestalks umstritten bleibt.

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