piwik no script img

Protest, Appelle und Befürchtungen nach Urteil zum Mietendeckel

Von Barbara Dribbusch

Das Urteil zum Berliner Mietendeckel polarisiert. „Heute ist ein schwarzer Tag für Mie­te­r:in­nen in Berlin“, sagte Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes in einer Erklärung. „Es ist nun der Bund gefordert, die Länder zu ermächtigen oder selbst tätig zu werden, einen Mietendeckel auf den Weg zu bringen.“

Stefan Körzell, Vorstandsmitglied des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), forderte von der Bundesregierung, einen „sechsjährigen Mietenstopp“ einzuführen. Der Berliner Mietendeckel habe gezeigt, dass „mutige politische Instrumente die Lebensrealität der Menschen spürbar verbessern können“.

Jens M. Schubert, Vorstandsvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, betonte, es müsse für die nun fälligen Rückzahlungen an Vermietende „sozial verträgliche Regelungen“ geben. „Die Betroffenen dürfen nicht allein gelassen werden, sonst droht existenzielle Not – vor allem, weil bei vielen Mie­te­r:in­nen alle Reserven durch Corona aufgebraucht sind“, sagte Schubert.

Der Verband Haus & Grund erklärte, wegen der Entscheidung des Verfassungsgerichts müsse „ein Großteil der grundgesetzwidrig gesenkten Mieten nachgezahlt werden“. In einer Mitteilung des Portals Immowelt hieß es, wegen der Gerichtsentscheidung dürften die Mieten in Bestandswohnungen auch aufgrund von „Nachholeffekten“ wieder „deutlich anziehen“.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen