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Der Ort von Erinnerung beleuchtet

2015 flüchtete die kurdische DichterinWidad Nabi aus Syrien nach Berlin.Interview auf den Seiten 46 und 47

Auf dem Weg zu deinem neuen Zuhause

gibt es eine lange Straße der Sehnsucht,

du wirst dort ewig entlanglaufen.

Berührst du das harte Metall

des Busses hier,

wächst dort eine Narzisse

auf dem Metallgriff deiner Haustür.

So bleiben die Häuser ihren

vertriebenen Besitzern treu.

Mitten im Schlaf

wachst du jede Nacht auf.

Der Wasserhahn tropft immer noch

in deiner alten Küche.

Das Leben wird nicht so schlimm,

es schenkt dir ein neues Haus.

Aber deine Seele bleibt ein Wolf,

der jede Nacht heult

auf der Stufe deines alten Hauses.

Auszug aus „Der Ort von Erinnerung beleuchtet“ von Widad Nabi

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen