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Trinidad und TobagoInderin wird Regierungschefin

Zum ersten Mal wird eine Frau an die Spitze des Karibikstaates Trinidad und Tobago gewählt. Ihre Partei repräsentiert die 44 Prozent Inder der Bevölkerung.

BERLIN taz | Mit Kamla Persad-Bissessar wird erstmals eine Frau Regierungschefin des Karibikstaates Trinidad und Tobago. Die von der 58-jährigen früheren Generalstaatsanwältin geführte Fünfparteienkoalition "Partnerschaft des Volkes" (POP) gewann 29 der 41 Sitze bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am Montag.

Der seit Ende 2001 amtierende Premierminister Patrick Manning (64) hatte die Wahlen dreißig Monate vor dem spätest möglichen Termin ausgerufen und sich damit völlig verkalkuliert. Mannings Nationale Volksbewegung (PNM) hat das an Öl- und Gasvorkommen reiche Land vor der Küste Venezuelas seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1962 die meiste Zeit regiert.

Persad-Bissessar ist erst die zweite indischstämmige Person an der Spitze der Regierung. Sie verdrängte erst im Januar ihren Mentor Basdeo Panday, der von 1995 bis 2001 als erster Inder die Regierung in Port of Spain führte, vom Vorsitz des Vereinigten National Kongresses (UNC). Die Partei repräsentiert überwiegend die 44 Prozent Inder unter den 1,3 Millionen Bürgern.

Von 1845 bis 1917 hatten die Briten 148.000 indische Kulis als Arbeiter für die Zucker- und Kokosplantagen ins Land geholt. Bis heute rekrutiert sich die UNC überwiegend aus der ländlichen indischstämmigen Bevölkerung, während Mannings PNM vor allem die städtische schwarze Bevölkerung hinter sich weiß, Nachkommen afrikanischer Sklaven. Persad-Bissessar gelang es mit ihrer Koalition aus fünf Parteien, die ethnische Spaltung ein Stück weit zu überwinden.

Zu den Themen des Wahlkampfs gehörten die grassierende Korruption und die ausufernde Bandenkriminalität. Persad-Bissessar, eine gläubige Hinduistin, war bereits Ministerin für Justiz sowie für Bildung. Sie sollte noch am Dienstag von Präsident George Maxwell Richards vereidigt werden.

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