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Kommentar Sparprogramm DGB-Schule Sasel Verstoß gegen die eigenen Grundsätze

Kommentar von

Kai von Appen

Es ist das falsche Signal, wenn die Betriebsratsqualifizirung gekillt und die Belegschaftsvertreter im Norden zu anderen Trägern getrieben werden. Die Betriebsräte sind diejenigen, die neue Mitglieder werben könnten.

E s ist schon ein Armutszeugnis, wie der DGB zurzeit mit dem Bildungsbereich für Betriebsräte verfährt. Sicher: Es mag Sachzwänge geben. Die Gewerkschaften haben einen Mitgliederrückgang und damit auch schwindende Einnahmen zu verzeichnen und müssen sparen. Doch gerade dann ist es politisch das falsche Signal, wenn die Betriebsratsqualifizirung gekillt und die Belegschaftsvertreter im Norden zu anderen Trägern getrieben werden. Sind doch gerade die Betriebsräte diejenigen, die neue Mitglieder werben könnten.

Aber noch fataler ist das Procedere. Da wird der Betriebsrat der Tagungsstätte Hamburg-Sasel nicht in Entscheidungsprozesse eingebunden, wie es eigentlich gewerkschaftlicher Anspruch sein sollte, und vor vollendete Tatsachen gestellt. Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte werden ausgehebelt, als wäre das, was in Hamburg-Sasel gelehrt wird, eigentlich Schall und Rauch.

Stattdessen werden Kahlschlag-Alternativen entwickelt, und wenn sich Betroffenen wehren, versucht man ihnen einen Maulkorb zu verpassen - wohl wissend, dass Honorarkräfte jederzeit und problemlos vor die Tür gesetzt werden können.

Das miese Schauspiel, das zurzeit vom DGB und seinem Bildungswerk dargeboten wird, könnte in einem rüden kapitalistischen Betrieb nicht schlimmer sein.

Kai von Appen Hamburg-Redakteur

Jahrgang 1956, Seit 1983 bei der taz – zuerst bei der taz.hamburg und jetzt bei der taz.nord in Hamburg. Ressorts: Polizei, Justiz, Betrieb und Gewerkschaft. Schwerpunkte: Repression, progressive Bewegungen und Widerstand gegen Gentrifizierung
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