piwik no script img

Regierung will Gefangene freilassenAmnestie in Birma angekündigt

Laut Staatsmedien will Birma über 6000 Gefangene freilassen. Am Mittwoch soll damit begonnen werden. Ob die Amnestie auch für politische Häftlinge gilt, ist unklar.

RANGUN afp/rtr/dapd | Die Regierung in Birma will nach Angaben des Staatsfernsehens mehr als 6.300 Gefangene freilassen. Wie das Fernsehen am Dienstag berichtete, soll bereits am Mittwoch mit der Freilassung von Häftlingen begonnen werden.

Ein Regierungsvertreter hatte am Montag die Freilassung politischer Gefangener "in einigen Tagen" angekündigt, zunächst aber offengelassen, ob alle der rund 2.000 politischen Häftlinge in dem Land freikommen werden. Die vom Militär unterstützte Regierung, die seit März im Amt ist, will die Politik der zuvor regierenden Militärjunta zu liberalisieren.

Das neugewählte Parlament hatte sich bereits Ende August für eine Generalamnestie für politische Gefangene ausgesprochen. Die drei staatlichen Zeitungen von Birma veröffentlichten am Dienstag einen offenen Brief des Vorsitzenden der Nationalen Menschenrechtskommission, Win Mra, in dem er Präsident Thein Sein auffordert, als Geste der Großherzigkeit Häftlingen Amnestie zu gewähren. Win Mra bezieht sich in dem Brief aber lediglich auf Häftlinge, die keine Gefahr für die Stabilität des Staates und der öffentlichen Ordnung darstellten.

Die USA und die Europäische Union haben die Freilassung der politischen Gefangenen in Birma als Voraussetzung für die Aufhebung von Sanktionen gemacht. Sie waren wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen in dem Land verhängt worden, das von der früheren Militärjunta in Myanmar umbenannt worden war.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

0 Kommentare