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Nach Militärputsch in AfrikaMalischer Präsident tritt zurück

Ende März hatten Soldaten in Mali gegen die Regierung geputscht. Staatsoberhaupt Amadou Toumani Touré tauchte danach unter. Jetzt gibt er das Amt ab.

BAMAKO dapd | Der seit einem Putsch im März untergetauchte malische Präsident Amadou Toumani Touré hat seinen Rücktritt eingereicht. Reporter des staatlichen Fernsehens und des französischen Senders France 24 filmten den Staatschef am Sonntag dabei, wie er in einer Villa in der Hauptstadt Bamako ein Rücktrittsschreiben unterzeichnete und an einen Emissär übergab.

„Ich tue das ohne Druck, ich tue das in gutem Glauben und ich tue das vor allem aus Liebe zu meinem Land“, sagte Touré. „Ich habe mich entschieden, mein Rücktrittsschreiben zu übergeben.“

Damit machte der 63-Jährige den Weg für eine Übergangsregierung frei. Das Verfassungsgericht des Landes kann nun erklären, dass der Präsident nicht in der Lage sei, sein Amt weiter auszuführen. Dann könnte Parlamentspräsident Dioncounda Traoré die Amtsgeschäfte kommissarisch übernehmen, wie es die Verfassung vorsieht.

Traoré war am Samstag aus dem benachbarten Burkina Faso nach Bamako zurückgekehrt. Der 70-Jährige soll eine Übergangsregierung bilden und Neuwahlen organisieren. Die Putschisten hatten zuvor unter starkem internationalen Druck die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung zugesagt. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas hob ihre gegen Mali verhängten Sanktionen mit der Rückkehr Traorés auf.

Am 21. März hatte eine Gruppe Soldaten um den Hauptmann Amadou Haya Sanogo geputscht. Sie warfen der Regierung vor, sie für ihren Kampf gegen die Rebellen vom Volk der Tuareg nicht angemessen auszurüsten. In den anschließenden Wirren brachten die Aufständischen weite Teile des Nordens von Mali unter ihre Kontrolle und riefen zuletzt einen unabhängigen Staat Azawad aus.

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