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Karsai besucht den Iran

Iran hat Afghanistan Hilfe versprochen und beobachtet misstrauisch das Verhältnis zu den USA

TEHERAN rtr ■ Der afghanische Regierungschef Hamid Karsai ist gestern zu einem dreitägigen Besuch im Nachbarland Iran eingetroffen, das Karsais Orientierung an den USA mit Argwohn betrachtet. Die Regierung in Teheran hat vehement Vorwürfe aus den USA dementiert, um ihres eigenen Einflusses willen Afghanistan destabilisieren zu wollen. Das Land gehörte zu den wichtigsten Unterstützern der afghanischen Nordallianz, die Ende vergangenen Jahres die radikalislamische Taliban-Bewegung entmachtete.

Dass dies mit US-Militärhilfe geschah und dass noch immer US-amerikanische Truppen im Lande stehen, bereitet den Konservativen Unbehagen, die Afghanistan als iranisches Einflussgebiet betrachten. Hinzu kommt in Afghanistan eine internationale Schutztruppe für die Hauptstadt Kabul unter britischem Kommando.

Iran hat Afghanistan 500 Millionen Dollar Hilfe versprochen, die die Folgen von zwei Jahrzehnten Bürgerkrieg überwinden helfen sollen, und hofft auf Aufträge beim Wiederaufbau.

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