taz salon „Die Stadt, der Sponsor und die Geschichte“: Der Riese und die Nazis
Foto: Miguel Ferraz
„Das Unternehmen handelt sehr unklug“, stellt Cornelia Rauh nüchtern fest: Die renommierte Unternehmenshistorikerin war Gast beim taz Salon „Die Stadt, der Sponsor und die Geschichte“, der den Umgang des Logistik-Riesen Kühne+Nagel (K+N) mit seiner NS-Geschichte thematisierte.
K+N „verwertete“ unter anderem den gesamten Besitz der aus Westeuropa deportierten jüdischen Bevölkerung, weigert sich jedoch bis heute, Einblick in die damaligen Firmenakten zu gewähren. Als Rauh vor Kurzem abermals eine entsprechende Bitte an K+N richtete, habe sie eine „geharnischte, beleidigte Antwort“ erhalten.
Die Bürgerschafts-Abgeordneten Norbert Hackbusch (Die Linke) und Gabriele Dobusch (SPD) kündigten an, sich für eine angemessene Würdigung des früheren jüdischen K+N-Teilhabers Adolf Maass einzusetzen, der in Auschwitz ermordet wurde. Auch bei den HSV-Supportern soll die Geschichtsverdrängung von Club-Sponsor Kühne diskutiert werden. Einen Mitschnitt gibt es demnächst auf taz.de.
Im nächsten taz Salon am 16. Februar begrüßen wir den taz-Autor Daniel Bax mit seinem Buch „Angst ums Abendland. Warum wir uns nicht vor Muslimen, sondern vor Islamfeinden fürchten sollten“.
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen