piwik no script img

taz🐾sachenMedienpreis für 219 a-Recherche

Mit Kristina Hänel fing alles an. Im September 2017 erfuhr taz-Redakteurin Dinah Riese von der Gießener Allgemeinmedizinerin, dass diese sich vor Gericht würde verantworten müssen, weil sie auf ihrer Webseite darüber informiert, dass sie in ihrer Praxis Schwangerschaftsabbrüche vornimmt. Das gilt als „Werbung“ und ist gemäß Paragraf 219 a verboten. Angezeigt hatten Hänel radikale AbtreibungsgegnerInnen. Am 15. September 2017 berichtete Riese erstmals in der taz über diesen Fall. Seither ließ sie das Thema nicht mehr los.

Insgesamt 43 Texte hat Riese für die taz zum Themenkomplex Schwangerschaftsabbruch/Paragraf 219 a verfasst. Mal schrieb und recherchierte sie allein, mal gemeinsam mit den Kolleginnen Hanna Voss und Patricia Hecht – in jedem Fall aber führte die taz dank Riese die Debatte an. Riese berichtete vom Prozess gegen die Frauenärztin und über weitere Anzeigen, die der von Hänel folgten. Sie begleitet die politische Debatte, die nach der Anzeige die Politik ergriff, kommentierte, recherchiert, interviewte und ließ auch Befürworter*innen des „Werbeverbots“ in der taz zu Wort kommen. Nun wurde Riese vom Journalistinnenbund für ihre Berichterstattung mit dem Nachwuchs-Medienpreis geehrt. „Die Auszeichnung honoriert ihre Ausdauer und lobt gleichermaßen die redaktionelle Entscheidung der tageszeitung, ihr die kontinuierliche Berichterstattung über ein gleichstellungspolitisch brisantes Thema zu ermöglichen“, so die Jury. Wir gratulieren der Kollegin ganz herzlich zu diesem wohlverdienten Preis. (maha)

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen