taz🐾lage: Ein Männermagazin, das keines sein wird
Was fällt Ihnen zu Männermagazinen ein? Wahrscheinlich denken Sie auch an den Playboy, an Auto Motor und Sport oder etwa an das legendäre, den fleischfressenden Mann am Grill adressierende Heft Beef! (inzwischen eingestellt). An die taz denkt man da eher nicht. Am kommenden Samstag aber erscheint die wochentaz nun auch erstmals mit einer Art Männermagazin, der männertaz. Es hat, nun ja, ein etwas anderes Zielpublikum im Blick, es richtet sich an Männer und Frauen, an alle dazwischen und außerhalb.
Dass es die männertaz gibt, hat auch mit der gesellschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre zu tun: MeToo, die Fälle Weinstein, Epstein und Pélicot, die anhaltende Diskussion über (virtuelle) sexualisierte Gewalt. Alte Männlichkeitsbilder geraten ins Wanken, zugleich klammern sich manche Männer um so mehr ans Patriarchat und verklären die Vergangenheit. Junge Männer werden auf Social Media von Rechtspopulisten in „Manospheres“ hineingezogen. Die männertaz soll ein Anstoß sein, um neue Perspektiven auf Männlichkeit zu eröffnen.
Die Idee, eine männertaz zu gründen, kam erstmals auf, als die Frauen 2025 eine sensationelle frauentaz vorgelegt haben. Nun, zum unsäglichen „Herrentag“, erscheint also das männliche Pendant. Auf 21 Seiten werden Sie unter anderem den Autoren Tobias Haberl und Ole Liebl, dem Comedian Aurel Mertz und dem Soziologen Aladin El-Mafaalani begegnen, von Männern mit Behinderung lesen, von einer Mutter, die einen Jungen alleine in einem schwierigen sozialen Umfeld aufzieht. Und von vielem mehr. Möge die männertaz garer und langlebiger als Beef! sein! Jens Uthoff
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