: schule & migranten
Eine Studie
In einem Forschungsprojekt in Bielefeld haben Frank-Olaf Radtke und Mechtild Gomolla in einer Fallstudie exemplarisch herausgearbeitet, welche institutionellen Barrieren für die eklatanten Differenzen im Schulerfolg verantwortlich sind. Die Ergebnisse, die nun in Buchform veröffentlicht wurden, liefern eine Reihe handfester Erklärungen für das spätestens mit der Pisa-Studie offenkundig gewordene Dilemma der Kinder mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen. Gezeigt wird, wie die Ungleichheit hergestellt wird.
Die Studie bestreitet keineswegs das Vorhandensein von Faktoren wie Familie und sozialem Milieu. Sie unternimmt jedoch den notwendigen Versuch, deren Einfluss in ein angemessenes Verhältnis zur Bedeutung der institutionellen Diskriminierung zu setzen.
Das Erkenntnisinteresse der Studie am Einfluss der schulischen Faktoren auf Schulerfolg oder Misserfolg war mithin auch politisch begründet: Bestätigt sich, dass die Diskriminierung in den Mechanismen schulischer Entscheidungsprozesse verankert ist, müssen bisherige Antidiskriminierungsstragien auf ihre Wirksamkeit hinterfragt werden.
Mechtild Gomolla, Frank-Olaf Radtke: „Institutionelle Diskriminierung. Die Herstellung ethnischer Differenz in der Schule“. Leske und Budrich, Opladen 2002
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