die wortkunde:
Für die 286 Anleger des Bauvorhabens „Luvebelle“ ist der Traum aus, selbst zum kleinen Immobilienhai zu werden. 52 Micro-Apartments wollte das von zinsland.de finanzierte Start-up in Berlin-Tempelhof bauen. Nun hat das erste CROWDINVESTING-Unternehmen im Bereich der Immobilienwirtschaft Insolvenz angemeldet.
Crowdinvesting steht für die Kombination von Crowd (englisch für Menschenmenge) und Investing (also Geld anlegen) und stellt eine besondere Form des Crowdfunding dar. Mit Crowdinvesting wird die Idee der Schwarmfinanzierung, dass heißt die kollektive Finanzierung von gemeinsamen Ideen und Projekten, auf die Höhe neoliberaler Zeitrechnung gebracht.
Im Zuge des Crowdinvesting kann das Kleingeld aus dem heimischen Sparschwein jungen Start-ups zur Finanzierung ihres Geschäftsmodells als Kredit überlassen werden.
Mit satten Zinsversprechen (im Falle des „Luvebelle“ 7 bis 9 Prozent) oder mit einer vereinbarten Gewinnbeteiligung wird auch kleinen Investoren die Teilhabe an dicken Profiten ermöglicht. Ganz so demokratisch funktioniert das Crowdinvesting leider aber doch nicht. Denn die Finanzierung von jungen Start-ups wie „Luvebelle“ ist riskant.
Bei einer möglichen Insolvenz werden die Nachrangkredite der Kleinanleger zuletzt bedient. Zudem dürften Kleinanleger kaum die Möglichkeit haben, umfassend die Risiken eines Start-up-Unternehmens zu prüfen.
So bleibt das Crowdinvesting ein Adrenalinkick für jene, die den Verlust ihrer Anlagen verkraften können. Für Opas Sparbuch stellt das Crowdinvestment kaum eine brauchbare Alternative dar. Dominik Koos
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