die gute nachricht: So wenig Braunkohleabbau wie seit 112 Jahren nicht
Grafik: Rita Eperjesi, Johanna Hartmann, Anna Eschenbacher. Quelle: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Fotos: stock.adobe.com, unsplash.com
84 Millionen Tonnen Braunkohle wurden im vergangenen Jahr in Deutschland abgebaut, so wenig waren es zuletzt 1914. Das geht aus Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE hervor. Damals begann man gerade, die erdgeschichtlich jüngste aller Kohlearten per Tagebau abzubauen; Kettenbagger trugen die oberen Erdschichten ab, unter denen die Kohleschichten lagen. So wurde die Braunkohle gegenüber der Steinkohle konkurrenzfähig, was die Nachfrage binnen der kommenden 15 Jahre verdoppelte. Auf ihrem Höhepunkt 1985 verbrannten die beiden deutschen Staaten zusammen 433 Millionen Tonnen. Mit erheblichen Nebenwirkungen: Nicht nur wurden Landschaften zerstört, Menschen ihrer Heimat beraubt, die unentschwefelten Abgase verursachten auch das erste Waldsterben in Mitteleuropa. Zudem ist Braunkohle der klimaschädlichste Energieträger – beim Verbrennen einer Tonne entstehen bis zu 1,2 Tonnen CO2. Deshalb muss die Bundesrepublik schleunigst raus aus dieser Uralt-Technologie. Im rheinischen Revier soll die Kohleverstromung 2030 enden, im Osten der Republik 2038. Zumal diese immer unwirtschaftlicher wird, wie Daten des Braunkohle-Lobbyverbandes Debriv zeigen. Im vergangenen Jahr ging der Einsatz von Braunkohle besonders drastisch im Mai, Juni und August zurück, also in den Monaten, in denen Photovoltaik besonders viel Strom produzierte. Nick Reimer
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