: der schwerpunkt
Stoffwechsel: Als die Stadt Berlin vor 150 Jahren beschloss, eine unterirdische Kanalisation zu bauen, war das zugleich die Geburtsstunde der „Stadtgüter“: Auf 12 radialen Achsen führten die Rohre aus dem Inneren der Stadt hinaus aufs Land, wo die Stadt Flächen für landwirtschaftliche Güter erworben hatte. Dort wurden die Fäkalien der Hauptstadt zur Düngung auf die Felder gepumpt, „Rieselfelder“ nannte man das. Deren Ertrag wiederum ging zurück in die gefräßige Hauptstadt, wo weitere Fäkalien produziert wurden – ein ewiger Kreislauf. 75.000 Hektar Land auf brandenburgischen Boden besitzt Berlin bis heute, auf manchen dieser Flächen weiden inzwischen Wasserbüffel und Koniks, eine Art Wildpferde. Als Bauland stehen die Stadtgüter nicht zur Verfügung, deshalb frisst Berlin sich nicht immer weiter ins Umland hinein, sondern zeigt eine klare Stadtkante. Zum Thema
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Unser nächstes Ziel: 50.000 – wir brauchen nur noch 30 Freiwillige, dann haben wir es geschafft! Setzen Sie jetzt ein Zeichen für die taz und machen Sie mit. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen