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Zwei Reiter auf einem Ross

■ Der FC St. Pauli hat für den Neubau seines Stadions einen ersten Finanzier und möglichen Generalunternehmer benannt

Jetzt wird es wirklich ernst beim FC St. Pauli: Der Verein will tatsächlich ein neues Stadion am alten Standort bauen. Gestern präsentierte Präsident Heinz Weisener den möglichen Generalunternehmer für das Projekt. Die Arbeitsgemeinschaft Zechbau/Butzkies will aber nicht nur diese Position einnehmen, sondern unterschrieb auch einen Letter of intent, nach dem sie bereit ist, mit zehn Millionen Mark Eigenkapital in die Stadionbesitzgemeinschaft einzutreten.

Die Hamburger Niederlassung der Bremer Firma Kurt Zechbau GmbH wird bei dem Projekt den Festbau übernehmen, und die Butzkies & Co GmbH aus Krempe an der Unterelbe übernimmt die Stahlbauarbeiten. Dabei profitiert erstere aus den Erfahrungen beim Neubau des Bremer Weserstadions, während letztere beim neuen Volksparkstadion beteiligt ist. Dass es zu Schwierigkeiten und Verzögerungen wie beim HSV-Stadion kommen könne, schließt Detlef Bengs von Butzkies aus: „Wir haben unsre eigenen Handwerker. Wir sind Generalunternehmer und keine -übernehmer.“

Baubeginn soll laut Weisener spätestens August 2000 sein, die Fertigstellung ist für August 2001 geplant. Der vorläufige Bauplan geht sogar davon aus, dass am 10. März 2000 die vielbeschworenen Bagger rollen sollen, um das alte Millerntorstadion abzureißen. Bis dahin muss jedoch die Finanzierung des Projekts gesichert sein. Bei einem geplanten Bauvolumen von 120 Millionen Mark sieht der Plan bislang vor, dass 80 Millionen von Banken vorgestreckt werden und 40 Millionen von der Besitzgemeinschaft aufgebracht werden.

In der Absichtserklärung heißt es auch, dass „von dem zukünftig beabsichtigten Eigenkapital der FC St. Pauli e.V. und die FC St. Pauli Marketing beziehungsweise deren Rechtsnachfolger etwa 25 Millionen Mark aufbringen“ werden. Geld, das der Verein derzeit nicht hat. Um die entsprechende Summe aufzutreiben und damit die Finanzierung zu einem großen Teil sicher zu stellen, verhandelt St. Pauli derzeit mit der Sport A, der Sportvermarktungsgesellschaft der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten, und der Agentur Sportwelt. Über den endgültigen Partner soll bis Anfang Januar entschieden werden.

„Noch sind also zwei Reiter im Rennen“, erklärte Weisener dazu, „das Ross, welches mir persönlich am liebsten wäre, habe ich heute präsentiert.“ else

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