Zurück aus dem Türkei-Urlaub: Osman jetzt süper erholt
Osman und seine Kumpels aus Halle 4 erlauben sich Späße mit dem Zoll. Jetzt machen sie Nach-Urlaub im Knast.
A uf dem Rückflug mit meiner Frau aus der Türkei treffen wir in der Abflughalle des Istanbuler Flughafens meine Arbeitskollegen von Halle 4, Nedim und Ahmet. Die beiden scheinen sich im Urlaub super erholt zu haben. Wie kleine Kinder sind sie nur am Rumalbern und Kichern.
Mit ihrer guten Laune stecken sie jeden an. Außer Eminanim. Ich mache natürlich sofort mit. Meine Frau runzelt verständnislos die Stirn, weil wir angeblich zu laut lachen.
„Osman, benimm dich doch bitte wie ein Erwachsener und nicht wie ein Idiot, ist ja peinlich mit dir!“, werde ich von ihr ermahnt.
„Lass mich doch! Habe ich mich im Urlaub etwa weniger super erholt als die beiden, hihoohaaa …?“, kontere ich mit einem herzlichen Lachen.
Extraeinladung für Halle 4
„Hör auf zu kichern, komm, wir müssen an Bord!“
„Frau Engin, wir sind die glorreichen drei von Halle 4. Wir steigen ins Flugzeug nicht einfach so ein wie gewöhnliche Touris. Promis wie uns muss man erst offiziell darum bitten, hoohhiiahaaa“, krümmt sich Nedim vor Lachen.
Eminanim rollt die Augen und läuft zügig zum Flugzeug. Etwas besorgt beobachte ich, wie auch alle anderen Passagiere zum Flugzeug laufen.
„Nedim, bist du sicher, dass wir offiziell gebeten werden einzusteigen, hihooohaaa?“, kichere ich zaghaft.
„Klar doch. Ohne Einladung geht Halle 4 nicht an Bord – nicht an Bord“, singt Nedim mit Tränen in den Augen vor Lachen.
„Nicht an Bord – nicht an Bord“, stimmen Ahmet und ich mit ein.
Und tatsächlich, nach etwa zehn Minuten tönt es über die Lautsprecher: „Die Passagiere nach Bremen, Nedim Kömürcüoğulları, Ahmet Ürgüplü und Osman Engin werden gebeten …“
„Super! Habt ihr gehört? Wir werden offiziell gebeten. Lasst uns gehen, Kameraden, hohorrhiiii!“, ruft die Promi-Truppe und schiebt sich laut lachend ins Flugzeug.
160 Augenpaare schauen uns nicht ganz so freundlich an. Eher umgekehrt. Als ich mich mit einem lauten „Guten Tag“ in Form von „Hihooohaaa“ neben Eminanim hinsetze, tut sie so, als würde sie mich nicht kennen.
Wir sind gerade Viertelstunde in der Luft, brüllt Nedim unvermittelt: „Liebe Passagiere, wir entführen diese Maschine nach Nordkorea. Hoch lebe Kim Jong-il, hihooohrhrrrr …“
160 Augenpaare schauen panisch hin und her. „Kleine Korrektur! Wir entführen diese Maschine nach Bremen“, rufe ich hinterher, bevor Nedim gelyncht und aus der Maschine geworfen wird.
Ohne weitere Zwischenfälle kommen wir in Bremen an. Als wir mit unseren Koffern an den Zollbeamten vorbeischlendern, sagt Nedim: „Herr Polizist, die beiden Herren hier schmuggeln gefälschte Ware nach Deutschland, horhooohiii …“
„Er selber schmuggelt unverzollte Schweizer Uhren nach Deutschland, haahahoooo …“, krümmt sich Ahmet vor Lachen. Ich kann vor lauter Lachen keinen Schritt mehr machen und plumpse auf den Boden.
Wenig später ist uns das Lachen vergangen. Denn bei Nedim finden die Zollfahnder tatsächlich zwei unverzollte Rolex-Armbanduhren. Bei Ahmet drei Louis-Vuitton Damentaschen. Bei mir finden sie zehn gefälschte Lacoste-Hemden, zwei Boss-Hosen und drei Gucci-Sonnenbrillen.
„Den glorreichen drei von Halle 4 wünsche ich weiterhin viel Spaß – im Knast, hihihiiiii“, kichert Eminanim und zieht ihren Koffer hinter sich her nach draußen.
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