ZivilistInnen in Aleppo: Tausende schutzlos ausgeliefert
Laut UN gibt es in Aleppo Gräueltaten gegen Zivilisten durch Assads Truppen. Auch das Rote Kreuz kritisiert die Bedingungen als katastrophal.
epd/dpa | Das Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) in Syrien ist wegen der humanitären Lage im umkämpften syrischen Ost-Aleppo alarmiert. Die Menschen seien den Kämpfen zwischen Assad-Truppen und Rebellen schutzlos ausgeliefert, warnte das Komitee am Dienstag in Genf: „Sie können nirgendwo hin fliehen.“
Die gesundheitliche Situation in der Stadt sei katastrophal, hatte die Organisation am späten Montagabend auf Twitter berichtet. Es gebe kaum noch Medikamente, viele Menschen hielten sich wegen der andauernden Kämpfe seit Tagen versteckt und hätten keine Nahrung und kein Wasser.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich alarmiert über Gräueltaten gegen Zivilisten in Ost-Aleppo. Unter den Opfern seien Berichten zufolge auch Frauen und Kinder. Ban betonte, dass die Vereinten Nationen die Berichte über die Gräueltaten nicht unabhängig überprüfen könnten. Er beauftragte den UN-Sondergesandten für das Bürgerkriegsland Syrien, Staffan de Mistura, die Konfliktparteien zu kontaktieren und auf eine strikte Einhaltung des humanitären Völkerrechts zu pochen.
Truppen des Machthabers Baschar al-Assad haben seit November nach eigenen Angaben fast das gesamte Gebiet der einstigen Rebellenhochburg Ost-Aleppo erobert. Zehntausende Menschen flohen vor der Gewalt. Die humanitäre Lage der verbliebenen Männer, Frauen und Kinder ist den UN zufolge katastrophal.
In Syriens Bürgerkrieg kämpfen das Regime, Rebellengruppen und Terrormilizen um die Macht. Hunderttausende Menschen kamen seit Beginn der Kämpfe 2011 ums Leben. Millionen Männer, Frauen und Kinder sind auf der Flucht.
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