Zahlen zu Carsharing-Angeboten: Stagnation in der Krise

In 855 Kommunen gibt es mittlerweile Carsharing. Die Anbieter erwarten ein größeres Wachstum erst wieder nach dem Ende der Coronakrise.

ein blauer Elktrogolf steht im Schnee auf dem Randstreifen einer Straße

Carsharing-Anbieter mit Freefloating-Flotten wie WeShare profitieren in Coronazeiten Foto: Stefan Teitz/imago

BERLIN taz | In der Coronakrise hat die Nutzung von Carsharing leicht zugenommen, konnte aber nicht an das Wachstum der Vergangenheit anknüpfen. Die Zahl der Kommunen mit einem Carsharing-Angebot ist im vergangenen Jahr um 15 auf 855 gestiegen. 2019 lag der Zuwachs noch bei 100. „Die großen Wachstumsraten kommen erst wieder, wenn wir Corona überstanden haben“, sagte Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing.

In dem Verband sind 177 der 228 Anbieter in Deutschland organisiert. Die Mitglieder setzen sich für eine Senkung des Autobestands und weniger Fahrten ein. Neben ihnen sind auf dem Carsharing-Markt mit den Autoherstellern allerdings auch Unternehmen aktiv, die das Gegenteil wollen. Sie betreiben vor allem das sogenannte Free Floating, bei dem Autos nicht an einer bestimmten Station, sondern nach Bedarf im öffentlichen Raum abgeholt und abgestellt werden.

„Die Coronakrise hat die Carsharing-Anbieter deutlich getroffen“, sagte Nehrke. Vor allem während des Lockdowns im April und Mai sind die Buchungen bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Nachdem die Nachfrage im Sommer und Herbst stark angestiegen war, ist sie im Dezember wieder eingebrochen. Zwei Anbieter sind laut Nehrke pleitegegangen.

Wie stark der Umsatz der Anbieter gesunken ist, hat der Verband nicht erhoben. Besonders betroffen von den Einbrüchen waren Standorte in städtischen Randlagen oder auf dem Land, die schon vor der Coronakrise prekär waren, sagte Nehrke. Als einziges Bundesland hat Baden-Württemberg einen Rettungsschirm aufgespannt, damit solche Standorte erhalten bleiben.

Zahl der Kun­d:in­nen steigt

Angesichts der unsicheren Lage haben die Anbieter die Flotten kaum ausgebaut. Die Zahl der Sharing-Autos stieg um 820 auf 26.226. Bei den Nutzungsberechtigten gab es eine Steigerung von 25,5 Prozent auf rund 2,87 Millionen. Neue Kun­d:in­nen gewannen aber fast nur die Anbieter, die Free Floating anbieten.

Free Floating sieht der Verband eigentlich kritisch, weil es oft für Fahrten genutzt wird, die auch mit Bus, Bahn oder Rad erledigt werden könnten. In der Coronakrise habe sich aber gezeigt, dass dieses Angebot als Ergänzung zum ÖPNV sehr gut geeignet sei, sagte Nehrke: „Es hat die Leute davon abgehalten, sich ein eigenes Auto anzuschaffen.“

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